Schöpfungstheorie 18 - Blatt im Wind

Die Welt ist zweidimensional. Die Galaxien sind Blätter, die ein sanfter Wind aus einem mächtigen Baum pustet. Jede Galaxie für sich ist in ebenso flache, zweidimensionale Sonnensysteme aufgeteilt. Die Rundung der Himmelskörper ist eine Illusion, denn nur unsere Vorstellungskraft gibt den Dingen Tiefe.

So treiben wir im Universum und können immer nur eine Seite der Dinge sehen. Diejenigen mit genügend Verstand sind in der Lage sich des fehlenden Blickwinkels bewusst zu werden und vergessen nicht, das alles auch eine andere Seite hat. Denn das Blatt auf dem wir existieren wird vom Wind umhergewirbelt, und je nach dem wie es sich wendet kommen unterschiedliche Seiten einer Sache nach oben. Was auf einer Seite großartig und berauschend schön ist, das erscheint auf der anderen Seite bedrohlich und übermächtig. Dennoch kann es das Schöne nicht ohne die Kehrseite geben und somit verlöre man mit dem Bösen auch das Gute.

Diese Theorie erklärt, warum wir manchmal scheinbar willenlos durch unser Leben treiben, warum uns manches Mal etwas vertrautes plötzlich ganz anders und neu erscheint. Es macht begreiflich warum man mit einer einseitigen Betrachtungsweise nie die Natur der Dinge verstehen kann. Außerdem erklärt es das fasziniert melancholische Gefühl, das uns ergreift wenn wir die fallenden Blättern im Herbst beobachten.

Auch diese Theorie darf in einer wissenschaftlichen Debatte weiter erörtert werden.

Schöpfungstheorie 17 - fraktaler Nebel

Das Universum ist ein einziger gigantischer Nebel, der aus Unklarheit und der Unwissenheit im Multiversums besteht, was seinerseits wiederum im Nebel eines noch größeren X-versums schwebt.

Wie Morgan ja in Schöpfungstheorie 14 bereits ausgeführt hat befindet sich die Welt ständig unter der Kontrolle der Vorstellungskraft. In der Tat ist dies aber ein Vorgang, der bestimmend für das gesamte Universum ist. Er vollzieht sich in verschiedenen Größenordnungen immer wieder. Das uns bekannte Universum ist vom Nebel des Chaos durchzogen, der sich an bestimmten Kondensationskeimen zu solcher Dichte zusammenfindet, dass er für uns sichtbar wird. Diese Keime der Ordnung sind unsere Sonnen, in deren Umfeld auch die Planeten, die Monde und schließlich das Leben kondensieren. Denn wir alle sind Tautröpfchen des Universums, das innerhalb besagten X-versums versucht sich selbst zu begreifen und seinen Platz in selbigem zu bestimmen.

Und so reift mit unserem Forscherdrang denn auch tropfenweise die Erkenntnis um dereinst zum Meer des Wissens zu werden. Eines Tages wird aller Zweifel verschwunden und das gesamte Universum zu einer einzigen Erkenntnis kondensiert sein.

Diese Theorie erklärt warum wir nie aufhören können neugierig zu sein.

Auch hierüber darf gerne eine wissenschaftliche Debatte geführt werden.

Schöpfungsgeschichte 16 - Biomüll

Das Universum entstand aus den Resten eines vergessenen Schulbrots, das ein Kind Gottes nicht mochte und deshalb unter der Schulbank liegen ließ. Das Brot und der Käse begannen zu gären und zu schimmeln und daraus entstand das erste Leben. Als die Muttergottes das gammelige Brot entdeckte, kippte sie den Inhalt der Brotdose einfach aus dem Fenster. Aus den Krümeln und Bröckchen entstanden die Planeten und Sonnen und der Schimmelüberzug dehnte sich zumindest auf einigen Bröckchen aus und nahm vielgestaltige Formen an.

Dies erklärt zumindest, warum Kinder immer wieder ihr Schulbrot vergammeln lassen - sie spielen unbewusst die Schöpfung nach. Und es erklärt auch, wieso ein Schimmelkäse manchmal mehr Kultur hat als der, der ihn isst...

Schöpfungstheorie 15 - Arkelanfall

Diese Theorie entstammt dem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" (The Hitchhikers Guide to the Galaxy) von Douglas Adams.

Viele Völker glauben, das Universum wurde von so etwas Ähnlichem wie einem Gott erschaffen, allerdings meinen die Jatravartiden auf Viltwodl VI, dass ein Wesen namens „Großer Grüner Arkelanfall“ das ganze Universum einfach ausgeniest hat.

Die Jatravartiden, die in ständiger Furcht vor einer Zeit leben, die sie „Die Ankunft des Großen Weißen Taschentuchs“ nennen, sind kleine blaue Geschöpfe mit jeweils mehr als fünfzig Armen, und sie sind deshalb so einzigartig, weil sie die einzige Rasse der Universengeschichte sind, die das Deospray noch vor dem Rad erfand.

Die Lehre vom Großen Grünen Arkelanfall hat aber außerhalb von Viltwodl VI nicht sehr viele Anhänger, und so wird, da das Universum nun mal so verwirrend ist, ständig nach anderen Erklärungen gesucht.

Über diese Theorie wird ohnehin schon intensiv diskutiert.

 

Schöpfungstheorie 14 - Konzentrationssache

Die Welt und alles darin existiert lediglich, weil es Wesen gibt, die glauben, dass es die Welt und alles was darin ist gibt. Was nicht erdacht und geglaubt wird, existiert auch nicht.

Erste Hinweise auf diese Schöpfungstheorie erhielt ich vor einiger Zeit durch meine damals  favorisierte Form der Schlafstörung, einem bis nach Mitternacht ausgedehnten Chat mit fenrir. Als ich nämlich erwähnte, gleich off gehen zu müssen, da ich anderntags bereits um 6h30 aufstehen müsse, zweifelte fenrir entschieden an, dass es um diese Uhrzeit überhaupt schon eine Welt gebe, in die hinein man aufstehen könne! Ich hielt dies für die unbedachte Äußerung eines Landmenschen - wenn man zwischen Hügeln aufwächst, wird man vermutlich so. Immerhin hatte ich in der Großstadt nie Grund gehabt, die Existenz der Welt auch zwischen Mitternacht und Morgen anzuzweifeln! Inzwischen wohne ich selbst zwischen den Hügeln und hatte mehrfach Gelegenheit, die morgendliche Entstehung der Welt mitzuerleben. Wenn ich nämlich nach meiner derzeit favorisierten Form der Schlafstörung, einem bis nach Mitternacht ausgedehnten - äh, nein, nicht Chat... - mal aus dem Fenster sehe, sehe ich - NICHTS! Dichter Nebel - oder was immer diese blickdichte, grauweiße Masse sein mag - beginnt direkt vor meinem Fenster und verschluckt Geräusche, Licht, Objekte... Vermutlich ist unter dem Nebel tatsächlich NICHTS! Erst gegen Morgen zieht sich der Nebel langsam zurück und gibt Stück für Stück den Blick frei auf eine neue, noch nicht ganz trockene Welt. Lediglich hölzerne Stege führen von abgelegenen Bauernhöfen zu den Kuhställen, verschlafene Gestalten tragend. Hin und wieder durchschneiden die Scheinwerferlichter einsamer Autos die neblige Ursuppe, aus dem NICHTS kommend, im NICHTS verschwindend... Es scheint demnach tatsächlich so zu sein, dass die Welt in dem Maße ersteht, in dem Menschen (oder überhaupt Wesen) wach genug sind, sich diese Welt zu erdenken. Und ich habe nach intensiver Recherche, angestrengtem Überlegen und dem Konsum von insgesamt ca. drei Flaschen Met im Dienste der Wissenschaft  mittlerweile Beweise für diese Theorie gefunden, die ich einer ernsthaften Diskussion auf gewohnt hohem Niveau zur Verfügung stelle:

1.  Engel, Drachen etc. sieht nur der, der an sie glaubt - für alle anderen sind diese Wesen nicht existent.

2. Nachts gibt es den meisten Nebel und die wenigste Welt, weil die meisten Menschen schlafen und nicht bewusst sind.

3. In der Großstadt gibts nachts mehr Welt als zwischen den Hügeln, weil dort mehr Menschen wach sind.

4. Es sterben mehr Menschen in der Nacht, weil keiner da ist, der an sie denkt. Und wenn sie dann zu tief schlafen, passierts...

5. Die meisten Autounfälle passieren nachts im Nebel - ein Mal nicht auf die Straße konzentriert: wupps, ist die Straße weg!

In diesem Zusammenhang möchte ich übrigens meinem wissenschaftlichen Assistenten fenrir meinen Dank aussprechen fürs unermütliche Herbeischaffen von Met.

Schöpfungstheorie 13 - Pech

Das Universum besteht eigentlich aus ätherischem Pech. Darin treiben die Galaxien, Sterne und Planeten, die gegen den Hintergrund hervorstechen. Wie kleine Leuchtpunkte scheinen die Sterne zu strahlen, die uns eigentlich nur durch die Abwesenheit der Dunkelheit so hell vorkommen. Alles was nicht aus diesem Pech besteht ist einfach nur inselbiges hineingeraten.

Diese These erklärt warum das Universum so dunkel ist. Außerdem erklärt sie warum die Galaxien diese Spiralform haben (sowas passiert halt wenn man was Festes in was Zähes einrührt). Darüber hinaus lässt sich hiermit erklären warum Menschen die einen speziellen Kontakt zum Universum haben, das Pech an den Fingern zu kleben scheint, beziehungsweise warum manche nichts als Pech zu haben scheinen.

Diese Theorie steht für eine Erörterung in einer wissenschaftlichen Debatte bereit.

Schöpfungstheorie 12 - Strickpulli

Das Universum ist ein Gewebe, das von einem gewaltigen Wesen als Kleidung getragen wird. Genauer gesagt ist es ein Pullover, der dem Wesen von seiner Mammi gestrickt wurde. All die Galaxien sind in Wirklichkeit Maschen in diesem Pulli und deshalb befindet sich auch in der Mitte selbiger immer ein schwarzes Loch.

Da unsere einfachen Hirne aber nicht mit dem komplexen Strickmuster klarkommen, mussten wir uns gedankliche Brücken basteln um auch nur mit den einfachsten Gegebenheiten etwas anfangen zu können. Somit sind physikalische Konstrukte wie Stringtheorie und gekrümmter Raum entstanden, die letzten Endes aber nur versuchen den Aufbau des Pullis zu erklären.

Das Leben wie wir es kennen ist aus den Hautschuppen und Ausdünstungen dieses Wesens entstanden. Es wird an jenem Tag enden der als "Tag der großen Wäsche" bekannt ist.

Diese Theorie erklärt außerdem warum vielen Menschen die Mode so wichtig erscheint, dass sie sich um nichts anderes als den äußeren Anschein kümmern.

Auch diese Theorie möchte in einer wissenschaftlichen Diskussion näher erörtert werden.

Schöpfungstheorie 11 - Post

Die Erde wurde per Post geliefert und eines Morgens von einer völlig überraschten Sonne in ihrer Umlaufbahn gefunden. Leider hat der Absender wohl vergessen die Rücksendeanschrift anzugeben, weshalb der Sonne erstmal nix übrigblieb als die Erde erstmal zu behalten und abzuwarten ob sich jemand meldet, der sie vermisst.

Da dies aber bisher noch nicht geschehen ist, hat sich unsere liebe Sonne mit ihrem Nachwuchs abgefunden und lässt ihn ganz in aller Ruhe seine Bahnen ziehen.

Diese Theorie erklärt warum es uns auf der Erde so schwer fällt unseren Platz im Universum zu erkennen und wir ständig bemüht sind es zu erforschen. Es erklärt ebenfalls das Gefühl des Verlorenseins, das einen manchmal befällt.

Diese Theorie steht für eine weitergehende wissenschaftliche Debatte zur Verfügung.

Schöpfungstheorie 10 - Kaffee

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde - so weit so bekannt. Weniger bekannt ist, dass er nachdem Berge und Meere fertig waren, ein wenig müde wurde. Um sich zu entspannen setzte er sich gemütlich auf einen Berg um sein Werk bis dahin zu betrachten. Um die Müdigkeit zu bekämpfen gönnte er sich ein Tässchen Kaffee. Als er sich ein paar besonders gelungene Stellen auf der neuen Erde anschauen wollte schwappte ihm ein wenig des belebenden Getränks aus der Tasse in den schönen, neuen Ozean.

An dieser Stelle entstand das was Wissenschaftler heute als "Ursuppe" bezeichnen. Jene Stelle im Meer wo das Leben seinen Ursprung nahm. Von da an entwickelte sich das Leben von alleine weiter gemäß der heute gängigen Evolutionstheorie.

Für diese These spricht, dass sie die Theorien von Kreationisten und Evolutionsanhängern auf besonders schonende Art vereinigt. Des weiteren erklärt es die auch heute noch Leben schenkende Wirkung des Kaffees, die jeder müde ITler morgens ohne Probleme bestätigen kann.

Diese Theorie möchte in einer wissenschaftlichen Debatte weiter erörtert werden.

Schöpfungstheorie 9 - Waffe

Am Anfang waren Twerugol und Dietma'Ar, zwei göttliche aber auch sehr streitsüchtige Wesen. Einmal ging ihr Streit so weit, dass sie sich gegenseitig nach dem Leben trachteten.

Das ist der Anbeginn unserer Zeit. Twerugol wollte Dietma'Ar endültig den Garaus machen und schuf zu diesem Zweck eine heimtückische Waffe die Dietma'Ar töten sollte, die Erde.

Zweck dieser Waffe ist es Dietma'Ar zu verletzen und seine Wunde zu vergiften. Um diese Infektion zu erreichen, belebte Twerugol die Erde. Wird die Erde auf Dietma'Ar geschleudert, sollen sich die Menschen durch die Wunde in Dietma'Ar ausbreiten und ihn von innen zerstören. Als Belohnung dürfen wir dann auf und in Dietma'Ars Körper weiterleben und seine göttliche Materie in uns aufnehmen, was uns selbst zu kleinen göttlichen Wesen machen wird. Unsere Belohnung für einen fast ewigen Krieg, den wir vorher zu bestreiten haben werden.

Soweit die sehr kurze Zusammenfassung der Geschichte.

Der Streit zwischen den Beiden dauert, wie gesagt, schon ewig und Dietma'Ar hat auch von Twerugols Waffe erfahren und sich entsprechend gegen Sie versucht zu schützen. Twerugol hat daraufhin die Erde immer weiter verbessern müssen. Das erklärt, was wir als Evolution kennen.

Auch erklärt wird unsere kriegerische Natur und der hemmungslose Umgang mit unserer Erde. Je kaputter, desto schlechter für Dietma'Ar.

Dietma'Ar ist es auch gelungen Agenten auf der Erde einzusetzen um sich zu schützen. Aber auf die Hippies und Ökos hört ja, Gott sei Dank (sic!), eh niemand.

 

Betrachtet man das Leben genauer, stellt man fest, dass sich Twerugols Plan in allen Ebenen des Lebens wiederspiegelt. Dieser wunderbar logische Beweis Gottes macht jede wissenschaftliche Debatte überflüssig.