Wenn man den Verdacht hat es stimmt was nicht

 Regel 1: Hör auf dich selbst zu belügen und schau dir dein Leben an. Vergleich es mit deinen Wünschen von früher.

 Regel 2: Suche und finde den Arsch in deiner Hose.

 Regel 3: Hör verdammt nochmal auf dich selber zu belügen.

 Regel 4: Denk nochmal über Regel 1 - 3 nach.

 Regel 5: Denken is ne gute Sache, hör nicht auf damit.

 Regel 6: Es gibt IMMER einen anderen Weg, auch wenn er vielleicht grad nicht offensichtlich ist.

 Regel 7: Nur weil es sich so ANFÜHLT als würdest du was verlieren wenn du tust was getan werden muss, heißt das noch lange nicht, dass es so sein wird.

 Regel 8: Du bist auch etwas wert, wenn du dazu stehst dich in jemandem getäuscht zu haben.

 Regel 9: Man kann nicht alles/jeden retten.

Regel 10: Schuldgefühle helfen niemandem, besonders dir nicht.

Ich bin schon auf dem Weg

Wenn man grade mal nicht durch sein Internet blättert, hat man oft Zeit zum Nachdenken, zum Beispiel über einfache Dinge wie Redewendungen.

Der Weg ist das Ziel.

Dieser simple Satz kann in unterschiedlichen Situationen, ganz unterschiedliche Bedeutung erlangen. Primär sehe ich dahinter den Gedanken, ein Ergebnis von vornherein nicht als statisch anzusehen sondern als Prozess.

Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Bereich Sicherheit am PC. Hier gibt es die (aus dem englischen stammende) Redewendung "Sicherheit ist eine Reise, kein Ziel" (Security is a journey, not a destination). Hiermit soll einfach klargemacht werden, dass man niemals einen Punkt erreichen kann, an dem man sein System völlig gesichert hat. Irgendwann wird jemand eine neue Sicherheitslücke entdecken, die dann wieder geschlossen wird - ein endloser Kampf.

Andererseits kann man darin natürlich auch eine einfache Durchhalteparole sehen, in etwa "Weitermachen um jeden Preis" oder "das Ziel ist einfach voran zu kommen". Sicher auch eine legitime Ansicht, aber ich fand dies eigentlich immer etwas zu kurzsichtig. In einer Situation in der so etwas gebraucht werden könnte würde ich ein motivierendes "du schaffst das schon" (wir / ich...) für sinnvoller halten.

Ich denke aber, dass einer der wichtigsten Aspekte dieses Ausspruchs darin besteht den eigenen Lebensweg zu verstehen. Während man diesen beschreitet wird man mit Entscheidungen konfrontiert, die, mal mehr mal weniger, die eigene Zukunft beeinflussen. Welche Richtung man an diesen Verzweigungen einschlägt wird zum einen durch Umfeld, Erziehung und vermutlich auch Gene beeinflusst, bestimmt aber auch umgekehrt die eigene Persönlichkeit. Je mehr dieser Entscheidungen man trifft um so stärker manifestiert sich darin das Individuum. Daher halte ich es für essentiell, dass man in der Lage ist den eigenen Weg nachzuvollziehen.

Man sollte sich selbst gegenüber mit schonungsloser Offenheit akzeptieren können, warum man welche Entscheidung getroffen hat, selbst dann wenn einem die Faktoren eventuell so peinlich sind, dass man sie nie einem anderen anvertrauen würde. Denn hier kommt nun ein anderer wichtiger Punkt ins Spiel: Das Erwachsensein. Ich denke, dass man dann erwachsen ist, wenn man sich selbst genauso wie einen anderen Menschen betrachten kann und in der Lage ist sich selbst zu akzeptieren wie man sich eben sieht.

Wenn man dies erreicht hat sollte eigentlich der Weg durchs Leben wesentlich leichter fallen, denn wenn man wenigstens sich selbst richtig erkennt und einschätzen kann, dann bietet der bereits beschrittenen Weg einen sicheren Anhaltspunkt für die Zukunft.

Nightwish - Ghost Love Score (Auszug):

I can't see the path before me,
the one behind will lead me.

Sicher gibt es hierzu noch vieles zu sagen oder schreiben und ich würde mich freuen andere Ansichten hierzu zu hören. Bis dahin hoffe ich, dass dieser kurze, gedankliche Ausflug die Welt ein wenig weniger seltsam erscheinen lässt.

Gedankentreiben

Ich habe mein Internet mal zugeklappt und säuberlich gefaltet neben mir liegen. Und während ich da so sitze komme ich ins grübeln.

Manchmal sind es ganz einfache Gedanken oder auch Worte, die einen lange beschäftigen. Etwas, das man irgendwo gelesen hat, das irgendwer gesagt hat oder auch nur ein geflügeltes Wort - irgendein Anlass durch den man veranlasst wird sich mit einem bestimmten Gedanken mehr als nur oberflächlich zu befassen. Man sieht in einem einfachen Gedanken plötzlich ein komplexes Gebilde. Dabei spielt es eigentlich gar keine Rolle ob man übertreibt, sich in etwas hineinsteigert, etwas nur sehen will oder ob wirklich viel mehr dahintersteckt als zunächst angenommen. Wichtig ist: Man lässt sein Denken um ein Thema kreisen und versucht auf diese Weise herauszufinden, wie eine Idee mit anderen verknüpft ist.

Ich vermute mal, dass jeder diesen Vorgang schon das ein oder andere Mal durchlaufen hat und erstaunt erlebt hat wie sich ein Grundkonzept plötzlich in alle möglichen zunächst gar nicht vorstellbaren Richtungen entwickelt hat. In den 80ern war eine Variante dieses Konzepts mal als "Brainstorming" bekannt. Man versuchte Kreativität zu fördern indem man frei assoziierte. Ich schreibe hier aber eher über eine Art geistigen Bildschirmschoner. Das was der eigene Verstand so macht wenn sonst nix für ihn zu tun ist.

Von besonderem Interesse sind hier zwei Aspekte: der Weg den die Gedanken von einer bestimmten Idee ausgehend nehmen und Zusammenhänge, die man nicht erwartet hätte.

Wichtig erscheint mir hierbei, dass man Gedanken(spazier)gänge nicht blockiert indem man sich selbst geistige Sperren auferlegt. Ein wiederkehrendes Motto in diesem Zusammenhang ist "Die am schwersten zu überwindenden Grenzen sind in den Köpfen!" (auch ein Gedanke, den man auf vieles anwenden kann).

Es ist ungeheuer spannend mitzuerleben wie sich die eigenen Gedanken bewegen -  manchmal ganz wie von selbst, manchmal scheinbar gar nicht, dann wieder sprunghaft. Häufig vergisst man auch wieder etwas und erinnert sich nur noch daran, dass man da eigentlich einen wirklich interessanten Weg gegangen ist. Wenn man aber nicht krampfhaft versucht wieder dorthin zurückzufinden und den Geist einfach treiben lässt werden sich immer wieder neue spannende Assoziationen ergeben.

Ich habe mittlerweile einige Benutzerkonten eingerichtet und vielen davon auch Editor-Rechte eingeräumt. Wer immer dies liest und gerne von einem Spaziergang im eigenen Kopf erzählen möchte, der sei herzlich eingeladen dies zu tun. Wer noch keine Schreibrechte hat, dem richte ich gerne ein Konto ein, auf Wunsch auch mit anonymer Email-Adresse.

Manches in unserer seltsamen Welt lässt sich nur mit seltsamen Gedankengängen richtig erfassen.