Gedankentreiben

Ich habe mein Internet mal zugeklappt und säuberlich gefaltet neben mir liegen. Und während ich da so sitze komme ich ins grübeln.

Manchmal sind es ganz einfache Gedanken oder auch Worte, die einen lange beschäftigen. Etwas, das man irgendwo gelesen hat, das irgendwer gesagt hat oder auch nur ein geflügeltes Wort - irgendein Anlass durch den man veranlasst wird sich mit einem bestimmten Gedanken mehr als nur oberflächlich zu befassen. Man sieht in einem einfachen Gedanken plötzlich ein komplexes Gebilde. Dabei spielt es eigentlich gar keine Rolle ob man übertreibt, sich in etwas hineinsteigert, etwas nur sehen will oder ob wirklich viel mehr dahintersteckt als zunächst angenommen. Wichtig ist: Man lässt sein Denken um ein Thema kreisen und versucht auf diese Weise herauszufinden, wie eine Idee mit anderen verknüpft ist.

Ich vermute mal, dass jeder diesen Vorgang schon das ein oder andere Mal durchlaufen hat und erstaunt erlebt hat wie sich ein Grundkonzept plötzlich in alle möglichen zunächst gar nicht vorstellbaren Richtungen entwickelt hat. In den 80ern war eine Variante dieses Konzepts mal als "Brainstorming" bekannt. Man versuchte Kreativität zu fördern indem man frei assoziierte. Ich schreibe hier aber eher über eine Art geistigen Bildschirmschoner. Das was der eigene Verstand so macht wenn sonst nix für ihn zu tun ist.

Von besonderem Interesse sind hier zwei Aspekte: der Weg den die Gedanken von einer bestimmten Idee ausgehend nehmen und Zusammenhänge, die man nicht erwartet hätte.

Wichtig erscheint mir hierbei, dass man Gedanken(spazier)gänge nicht blockiert indem man sich selbst geistige Sperren auferlegt. Ein wiederkehrendes Motto in diesem Zusammenhang ist "Die am schwersten zu überwindenden Grenzen sind in den Köpfen!" (auch ein Gedanke, den man auf vieles anwenden kann).

Es ist ungeheuer spannend mitzuerleben wie sich die eigenen Gedanken bewegen -  manchmal ganz wie von selbst, manchmal scheinbar gar nicht, dann wieder sprunghaft. Häufig vergisst man auch wieder etwas und erinnert sich nur noch daran, dass man da eigentlich einen wirklich interessanten Weg gegangen ist. Wenn man aber nicht krampfhaft versucht wieder dorthin zurückzufinden und den Geist einfach treiben lässt werden sich immer wieder neue spannende Assoziationen ergeben.

Ich habe mittlerweile einige Benutzerkonten eingerichtet und vielen davon auch Editor-Rechte eingeräumt. Wer immer dies liest und gerne von einem Spaziergang im eigenen Kopf erzählen möchte, der sei herzlich eingeladen dies zu tun. Wer noch keine Schreibrechte hat, dem richte ich gerne ein Konto ein, auf Wunsch auch mit anonymer Email-Adresse.

Manches in unserer seltsamen Welt lässt sich nur mit seltsamen Gedankengängen richtig erfassen. 

Kommentare (2) -

  • Ich bin eingeloggt und kann dennoch nichts hier schreiben ... seltsam....
    Oder??
  • Äußerst seltsam, weil ich mich grad mit deinen Daten angemeldet hatte und es ging.

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