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Fenrirs blog

Ski heil!

Ich weiß, man soll nicht über andere Leute herziehen. Aber gilt das auch für Stilblüten? Ich bin jemand, der auch über eigene Fehler lachen kann. Man sehe mir also nach, daß ich hier ausnahmsweise über andere Pannen berichte.

Stilblüten sind etwas wunderbares. Ich meine jetzt nicht die von Schulanfängern, sondern die, die von gestandenen Medienvertretern verbrochen werden.

Bislang mein Lieblingsausfall: Schlagzeile auf der TITELseite der Saarbrücker Zeitung über unseren Ex-Finanzminister und seinen damaligen, eisernen Sparkurs: "Eichel muß hart bleiben" 

Jetzt gibts ein aktuelles Highlight:

http://www.kaunertal.com/xxl/kaunertal/de/k-events-winter/index.html

Man beachte den "Event "Ski for one" - Allerliebst!

 

Gruß an alle, der Hajö

xkcd

Huhu,

 

Hier ist ja jetzt auch schon eine kleine Weile nichts mehr reingeschrieben worden.

Ich möchte da jetzt auch nicht großartig den Klassenstreber spielen, sondern nur kurz auf eine wunderschöne Seite hinweisen.

Hinweis: www.xkcd.com

Dort sind immer wieder mal ganz schöne Strichmännchencomics zu finden. Üblicherweise drei Neue pro Woche und manche, so wie der Heutige, sind einfach richtig gut.

 

Link zur Seite:
 




Gastbeitrag doggy

Hallo Welt,

 

Weihnachten ist nun fast vorbei und in knapp einer Woche beginnt das neue Jahr. Es wird wahrscheinlich wieder zu schnell vorbeiziehen, wie das Jahr 2007 und die Jahre davor. Wie relativ Zeit ist weiß bestimmt jeder. Für mich schien die Zeit zwischen meinem 15 bis 18 Lebensjahr zu schleichen. Ich wollte endlich volljährig sein und alles dürfen. Frei von den elterlichen Zwängen. Ich wollte meinen Führerschein fürs Auto haben und endlich selbst fahren dürfen.

 

Die Zeit verging damals sehr sehr langsam und ich lachte immer über die "Alten" die einem sagten wie schnell die Zeit ab einem bestimmten Alter fliegen würde. Ich konnte es kaum erwarten bis es endlich soweit war .... dass ich Erwachsen wurde.

 

Nun bin ich schon eine Zeitlang Erwachsen und die "Alten" hatten recht...  Die Zeit fliegt und man kann sie kaum anhalten oder langsamer laufen lassen. Wir leben in einer hektischen Zeit. Zeit kostet Geld und man nimmt sich auch keine mehr. Man hat kaum noch Zeit für Freunde und Bekannte, für den Nachbarn zum Plausch. Eltern für ihre Kinder und Pärchen für sich selbst.

 

Mir ist das extrem aufgefallen als ich mit Fenrir am Heilig Abend bummeln war. Wir beide waren in all den Leuten diejenigen, die kaum einen Zeitdruck hatten, da wir im Grunde nichts gebraucht haben (na ja fast nichts :-) )   Um uns herum war jeder hektisch. Da wurde jeder Einkaufswagen zum nervtötenden Hindernis und die Masse an der Kasse zum roten Tuch. Extrem fiel mir das im Media Markt auf.... weder die Verkäufer noch die Kunden hatten nur ein freundliches Wort auf den Lippen. Kein Lächeln weit und breit und was zählte war noch das ultimative Geschenk zu finden. An der Kasse standen dann auch noch unendlich Leute an... und man hatte Zeit die Gesichter zu beobachten und einige Wortfetzen aufzufangen.

 

Zeit und Ruhe.... wird man auch 2008 nicht finden. Ich selbst nicht und kaum noch jemand anders ... Deswegen ist für mich Weihnachten eigentlich so ein bischen eine Insel. Die letzten zwei Tage waren ruhig... sicher gestern mit dem kochen und so ... war es dann doch ein wenig geschäftig.... aber es war eine gewisse Art von Ruhe.

 

Diese Ruhe wünsche ich Euch allen....  nicht nur für 1 oder 2 Tage im Jahr. 

Ich meine, also bin ich

Beim Blättern im Internet stößt man heute fast zwangsläufig auf die hektisch und verbissen geführte Debatte zwischen etablierten Printmedien und dem sogenannten Web 2.0 oder Mitmachweb.

Auslöser war dieser Artikel von Bernd Graff einem Redakteur der Süddeutschen Zeitung, sowie einem darauf aufsetzenden Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfasst von Jürgen Kaube.

Ich als frisch gebackener Blogger, der keine Zeitung abonniert hat, komme in dieser Auseinandersetzung aber nicht umhin
a) meinen Senf auch dazuzugeben und
b) mich auf die Seite der Zeitungsprofis zu stellen.

Auch wenn insbesondere der SZ-Artikel durchaus stellenweise polemisch erscheint, so muss doch klar gesagt werden, dass er Qualitätsmerkmale aufweist, die üblichen Diskussionsforen praktisch vollständig abgehen. Es handelt sich um einen nicht anonym verfassten Text in allerbestem Deutsch, klar strukturiert mit Quellenangaben und ordentlicher Abwägung unterschiedlicher Gesichtspunkte. Zugegebenermaßen wird natürlich die Seite der Massenmedien in positiverem Licht dargestellt, aber zumindest werden für diesen Standpunkt nachvollziehbare Argumente angeführt.

Die Kommentare zum Onlineartikel spiegeln im Gegenzug in selbstenthüllender Weise wider wie begründet und angebracht Graffs Kritik tatsächlich ist. Von dummdreisten Kommentaren und primitiven Beschimpfungen bis zu pseudoseriösen Verrissen ist dort alles zu finden (und wird keineswegs zensiert wie stellenweise behauptet). Aber auch die zustimmenden Kommentare sind vorhanden, werden aber , wie man es leider nur allzu gut kennt, totgeschrieen.

Ja man kann im Internet viele interessante Informationen finden, aber leider auch jede Menge an Fehlinformationen. Und leider wird den Schreihälsen, Trollen und Denunzianten viel zu viel Beachtung geschenkt. Die (zumindest scheinbare) Anonymität des Webs veranlasst viele sich aufzuspielen oder interessanter zu machen als angebracht - sprich: zu lügen. Die Möglichkeiten zum Dampfablassen werden weidlich genutzt und machen damit eventuell in der Nähe stehende Nutzinformationen wertlos.

Jeder kennt das Problem, dass beim gezielten Recherchieren nach Problemlösungen für jeden guten Tipp mindestens zwei nutzlose zu finden sind. Und schlimmer noch: Menschen, die tatsächlich Expertenkenntnisse besitzen werden nicht selten von Dummköpfen und Besserwissern überblökt, was Fachleuten die Weitergabe ihrer Informationen verleidet und damit wiederum zur Entwertung der entsprechenden Diskussionsrunden beiträgt.

Selbstverständlich sind auch die Zeitungen keine Unschuldslämmer: Mit ihrer teilweise unglaublich miserablen Beteiligung am Meinungsbildungsprozess, durch manchmal offensichtlich falsche Darstellung angeblicher Tatsachen (z.B. Thema: Computerspiele) oder ihrer einseitigen Darstellung der politischen Landschaft, haben sie erst den Drang zu alternativen Veröffentlichungen befeuert.

Dennoch sehe ich den Sinn der sogenannten Blogosphäre keineswegs darin die herkömmlichen Medien zu ersetzen. Aber als Kontrollgremium für falsche Berichterstattung (dann aber bitte mit entsprechenden Beweisen) oder Plattform zur Äußerung mutmaßlich nicht ausreichend repräsentierter Meinungen kann auch das Web 2.0 auf Dauer einen Platz in dieser seltsamen Welt finden. 

Filmkritik: Der goldene Kompass

Am Wochenende hatte ich, Entspannung suchend, mein Internet beiseite gelegt und bin ins Kino gegegangen. Gezeigt wurde: "Der goldene Kompass", eine Verfilmung des gleichnamigen Fantasyromans von Philip Pullmann.

Um es in wenigen Worten vorwegzunehmen: Ich kann den Film nur wärmstens empfehlen und die Hauptdarstellerin ist sicher eine der vielversprechendsten Neuentdeckungen überhaupt.

Im Detail: Die Romanvorlage des britischen Professors begleitet die junge Lyra Belacqua auf ihrer reise durch eine Welt in der jeder Mensch von einem Schutzgeist in Tierform, einem Dämon, begleitet wird. Lyra wird als Waise von ihrem Onkel, dem Lord Asriel, an der Oxford-Universität aufgezogen. Als Onkel asriel eines Tages z einer gefährlichen Mission an den Polarkreis aufbricht folgt ihm Lyra und sowohl Leser als auch Filmzuschauer folgen ihr auf dieser Reise.

Nun ist das Buch als Jugendroman eingestuft, obwohl es in der Tat sehr häufig von Erwachsenen gelesen wird, was auch im Sinne des Autors ist, der selbiges nämlich als Roman für alle Altersklassen verstanden wissen will. Im Buch werden viele interessante Fragen aufgeworfen (teilweise von ausgesprochen philosophischer Natur), was der Reise von Lyra zusätzlichen Reiz verleiht. Das Denken wird in ihrer Welt vom mächtigen Magisterium bestimmt, in welchem Autor Pullmann die Verkörperung der katholischen Kirche sieht.

Der Film ist durchaus als Film für die ganze Familie geeignet und kann auch von jeder Altersgruppe auf unterschiedliche Weise genossen werden. Während einfachere Gemüter sich an der prächtigen Ausstattung und/oder den gut inszenierten Actionsequenzen erfreuen können andere sich an der intelligenten Story und dem sensationell guten Spiel von Dakota Blue Richards und Nicole Kidman erfreuen. Die 13 Jahre junge Hauptdarstellerin ist das absolute Kronjuwel des Films und den Eintrittspreis allein wert. Auch Kidman überzeugt als Bösewicht und gibt, meines Erachtens, eine der besten Vorstellungen ihrer Karriere.

Selbstverständlich ist ein moderner Fantasyfilm kaum ohne computergenerierte Charaktere denkbar, was hier in erster Linie die Tiere (Dämonen und Eisbären) betrifft. Dennoch sind diese so liebevoll umgesetzt worden, dass sie niemals künstlich wirken. Die Story wird flüssig erzählt und bringt eine Reihe sehr interessanter Wendungen mit sich. Viele Feinheiten sind eingearbeitet worden, die dennoch nicht dazu beitragen, dass man sich überfahren fühlt sondern das Interesse jederzeit wach halten.

Einziger Kritikpunkt wäre, dass der Film geren eine halbe oder ganze Stunde hätte länger sein dürfen, aber Gerüchte besagen, dass mit einem deutlich verlängerten Directors Cut für die DVD zu rechnen ist.

Daher: Hingehen und anschauen, wer den Film nicht mag ist vermutlich seltsam.

Lesetipp: Zu kurz gedacht

Wer mal schnell hierhin blättert findet einen sehr gut geschrieben Artikel von Peter Monnerjahn, einem Redakteur der Zeitschrift TELEPOLIS.

Er kritisiert das Versagen der deutschen Medien bei der Gegenwehr gegen die Aushöhlung unserer Grundrechte durch Innenminister Schäuble.

Spiegelt seltsamerweise exakt meine eigene Ansicht zu dem Thema wieder. 

Ab in den Flieger

Heute stieß ich beim Blättern im Internet erneut auf diese Meldung, die ich schon einmal gelesen, aber wieder vergessen hatte. In diesem Bericht geht es darum, dass ein Vertreter der US-Regierung bei einer Anhörung vor einem britischen Berufungsgericht das Recht der Vereinigten Staaten auf die Entführung ausländischer Staatsbürger auch außerhalb der USA betont hat, um diese dortselbst vor Gericht stellen zu können.

Hierbei berief er sich auf ein Gesetz, das seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts in Kraft sei. Nun werden sich die meisten kaum an diese Zeit erinnern können, daher nochmal kurz zur Erinnernung: Zu der Zeit war man in den Staaten grade eifrig dabei Cowboy und Indianer zu spielen, wobei erstere an letzteren gezielt Völkermord begingen. Sprich: Zivilisation in all ihrer Pracht wurde zur Schau gestellt.

Da ist es natürlich naheliegend, dass in Zeiten der Globalisierung das Spiel auf die ganze Welt ausgedehnt wird und man mit rauchenden Colts in befreundete Staaten einfällt um dort Steuerflüchtlinge oder Urheberrechtsverletzer zu jagen. Um das ganz klar zu stellen: Es handelt sich hier keineswegs nur um eine theorethische Option. Unter dem Schutz (Vorwand) dieses Gesetzes wurde bereits mehrfach gehandelt und zwar auch in Staaten mit denen die USA gültige Auslieferungsabkommen haben.

Und um auch dies zu erwähnen: Das Gesetz ist vielen Amerikanern selbst peinlich und sollte nach deren Ansicht abgeschafft werden. Dennoch scheint der aktuellen US-Regierung kein Grund nichtig genug zu sein um auch (im Falle Großbritanniens besonders enge) Verbündete vor den Kopf zu stoßen und den Ruf des eigenen Landes weiter zu schädigen. Ist doch ironisch, dass ein knallharter Oligarch wie Putin im Vergleich zu Bush mittlerweile wie ein lupenreiner Demokrat wirkt.

Ein anderer Punkt ist aber der: Wenn nun ein Mensch befürchten muss unter Anwendung dieses Gesetzes gekidnapped zu werden. Und wenn dieser Mensch weiterhin weiß, dass in den USA prinzipiell die Todesstrafe nicht abgeschafft ist (unabhängig davon ob diese bei ihm überhaupt zum Tragen käme), was würde mit dieser Person oder den eventuell engagierten Personenschützern passieren wenn sie bei einem Entführungsversuch die mutmaßlichen Entführer töten? Die Entführer würden sich zwangsläufig des Menschenraubes strafbar machen (im betreffenden Land hätten sie ja keine Autorität), was ein Kapitalverbrechen ist. Damit käme in jedem Fall Notwehr als Argument in Betracht.

Um den Gedanken aber noch weiter zu spinnen: In der Annahme, dass die mutmaßlichen Entführer keine rückverfolgbaren Erkennungszeichen mit sich tragen würden, wie kann dann bewiesen werden, dass der tote Amerikaner (bzw. die toten Amerikaner) neben dem Geschäftsmann diesen wirklich entführen wollte(n)?

Man kann also durchaus sagen: So soll eine Rechtsauffassung sein - Unsicherheit schaffen und Menschenrechte misachten, sowie Verbündete brüskieren. Da sag doch noch einer die Welt wäre gar nicht so seltsam.

In zehn Schritten zu einer besseren Welt (eventuell): Eins

Ich durchblättere mein Internet nicht mehr, ich habe es einfach auswendig gelernt. Und was neu dazu kommt wird gebookmarkt.
So überrascht es mich wenig, dass diese Welt eine seltsame ist.

En detail wird das an dieser Stelle von Fenrir recht plausibel dargelegt. Aber wie reagiert man jetzt auf diese seltsame Welt.
Vielleicht wird man einfach selbst seltsam. Nur, wie soll das gehen? Wie um Himmels Willen werde ich von Ottonormalfritz zu einem seltsamen Menschen.

Übung Nummer Eins:

Als erstes brauche ich ein Tier, einen treuen Begleiter im rauen Alltag. Jemand der mir in die Socken pinkelt und Löcher in die Schuhe frisst. Bald ist ja wieder Schneematschzeit. Ein Haustier also. Soweit so gewöhnlich. Halb Deutschland ist Tierhalter und angetrieben durch tausende von Tierdokus werden wohl, gerade jetzt zu Weihnachten, noch ein paar Millionen dazu kommen. Ich habe, nebenbei bemerkt, schonmal damit angefangen im örtlichen Tierheim Platz zu schaffen, ein Tier mitgenommen und eine kleine Spende dagelassen. Weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der zu erwartenden Tierflut nach Weihnachten, wenn die lieben Kleinen merken, dass das alles im Fernsehen viel lustiger und einfacher ausgesehen hat. Nun, die Kinder können nichts dafür, denn sie wissen nicht was sie tun, den Eltern gehört allerdings ihr Taschengeld abgenommen. Ich schweife ab...
Also, das Tier ist angeschafft, ich bin aber weiterhin äußerst normal. Fangen wir also an mit dem Tier zu reden. Zum Beispiel über Mathematik.

Hallo Hund, und mal und gibt und.
Ohne mal Ohne gibt auch und.
Und mal ohne gibt allerdings ohne.

Zumindest mein Haustier könnte jetzt anfangen mich seltsam zu finden. Es ist nämlich gar kein Hund. Aber auch ein Tier braucht Unterhaltung und warum sollte ich es nicht mal mit tieferer Mathematik versuchen. Das ganze ist aber auch nur eine Übung. Als nächstes rede ich dann mit meiner Zahnbürste. Hab ich heute morgen schon gemacht. Ich bin ins Bad gekommen und habe sie gleich und mit aufrichtigem Bedauern gefragt: Warum denn so geknickt?

Es sind nur kleine Schritte, aber man muss bereit sein den Weg zu gehen um den Ödnissen des Alltags zu entgehen und sich der seltsamen Welt anzunähern, als ganz normaler seltsamer Mensch. Denn vielleicht ergibt seltsam mal seltsam ja wieder normal.

Ich habe da übrigens was ganz interessantes im Internet gesehen. Muss ich mir gleich mal bookmarken.

Kriegt jeder was er verdient?

Wer dieser Tage, wie ich, in seinem Internet blättert, stößt zwangsläufig auf die erneut entflammte Diskussion um überzogene Managerbezüge.

Nun sind in dieser Thematik bereits viele Punkte vorgetragen worden, was mich aber keineswegs davon abhält auch noch in die Diskussion einzusteigen.

Auf der einen Seite ist natürlich klar, dass ein leitender Angestellter mehr verdienen sollte als ein "normaler Arbeiter" (was immer das sein mag) und es ist auch völlig in Ordnung, dass die Firmenleitung das höchste Gehalt im Unternehmen einstreicht. Aber: Es muss einem Vorstand auch klar sein, dass er selber "nur" ein Angestellter seiner Firma ist, nicht wirklich anders als viele andere. Wie Unmengen an Beispielen zeigen, steht oder fällt eine AG nicht mit ihrem Vorstand (oder nur in extremen Ausnahmefällen), nicht einmal mit ihrem CEO.

Auch das gerne vorgebrachte Argument der erhöhten Verantwortlichkeit ist selbstverständlich totaler Humbug, da gefeuerte Vorstände reihenweise ihren Mangel daran unter Beweis gestellt haben. Selbst diejenigen, die für Unmengen an verlorenen Arbeitsplätzen und deutliche Umsatzeinbußen verantwortlich waren, verließen ihre Posten nicht ohne gigantische Abfindungen (besser bekannt als goldene Fallschirme), ohne auch nur im geringsten für ihr Versagen einzustehen.

Der Aussage, dass geringere Managergehälter die Abwanderung ins Ausland beschleunigen würde, setze ich entgegen: Sehr gut, dann macht das so. Wenn die reine Gier das einzige Qualifikationskriterium für einen Manager ist, dann bin ich froh über sein Auswandern. Es sollte nicht schwer sein einen mindestens ebenso qualifizierten Menschen zu finden, der den Job gerne für ein geringeres Gehalt macht (einfach nur die Regeln der Globalisierung mal auf die oberen Ränge anwenden - was für die niederen Gehälter passt, muss für die hohen auch gehen, oder?).

Wir haben doch ein statistische Bundesamt. Dieses stellt für jedes Jahr das Durchschnittsgehalt der deutschen Arbeitnehmer fest (wo sich jeder immer fragt: warum krieg ich nicht so viel [derzeit ca. €38.000/Jahr]). Warum kann man nicht dies als Ansatzpunkt nehmen und sagen: Das Höchstgehalt was ein Arbeitnehmer in der BRD verdienen darf (incl. geldwertem Vorteil und Sonderzahlungen) liegt bei dem 12fachen dieses Wertes. Optional könnte man die Statistiker noch veranlassen die Bezüge der Arbeitssuchenden mit einzurechnen.

Ich sehe dadurch folgende Vorteile: Zum einen erzwingt man dadurch ein sozialeres Verhalten der Vorstände, die sich selbst nur dann stärker bereichern können, wenn es allen besser geht. Außerdem wird eine Obergrenze geschaffen, an der es nicht mehr weiter geht. Damit wird die unbegrenzte Gier eingdämmt. Gleichzeitig kann der Sozialneid, der natürlich auch eine Rolle in dieser Diskussion spielt, auf diesem Weg gemindert werden. Durch die Einsparungen fiele es den Unternehmen dann vermutlich auch leichter wieder Arbeitsplätze für einfache Tätigkeiten zu schaffen, die derzeit auf anderem Wege erledigt werden oder liegen bleiben. Durch die neu eingestellten Mitarbeiter steigt ja auch wieder der Durchschnittsverdienst und somit mittelbar das Einkommen der Geschäftsführung.

Im Gegenzug ließe sich dann sicher auch über weitere Lockerungen beim Kündigungsschutz diskutieren. Wenn man ja sicher sein kann, dass die Gesellschaftsführer kein echtes Interesse mehr an Arbeitslosigkeit haben können, fiele es den Gewerkschaften sicher deutlich leichter hier Zugeständnisse zu machen.

Kern des Gedankens ist in jedem Fall, dass eine Kopplung zwischen dem Manager und der Gesellschaft erzwungen wird (wichtig: der gesamten Gesellschaft, nicht nur der eigenen Belegschaft), da ja ganz offensichtlich die freiwillige Kontrolle und die viel beschworenen Marktmechanismen nicht funktionieren. Wir leben nunmal dem Gesetz nach in einer sozialen Marktwirtschaft, nicht in einer freien. Dies ist die Kernausrichtung unseres Staates und wir sollten uns endlich wieder daran erinnern, beziehungsweise diejenigen mit schlechtem Gedächtnis darauf stoßen.

Durchaus denkbar, dass ein Herr Akermann den Ansatz ziemlich seltsam findet.

Warum fragen die mich, frag ich mich

Während ich so gemütlich durch mein Internet blätterte, klingelte heute morgen mein Telefon. Eine junge Dame interessierte sich allem Anschein nach für meine Meinung.

Da ich ja auch nicht davor zurückschrecke selbige auf diesen Seiten öffentlich zu machen, war ich natürlich nicht abgeneigt ihr Auskunft zu erteilen. Ich gönne ja jedem Studenten die paar Euro, die er oder sie damit nebenher verdienen kann.

Dennoch fällt es mir schwer zu begreifen welchen Sinn diese Umfragen haben sollen. Wenn man mal davon absieht, dass (vermutlich) eine Menge Leute ihre Beteiligung an einer solchen Befragung verweigern, kann doch ohnehin niemals sichergestellt werden, dass diejenigen, die Rede und Antwort stehen in der Tat die Wahrheit sagen.

Ich hatte vor längerer Zeit mal ein Gespräch mit einem Mann, der mir erklärte, dass er mit größter Begeisterung immer wieder vollkommen falsche Aussagen zu seinen politischen Ansichten oder seinen Konsumplanungen zu Protokoll gebe. Er begründete dies damit, dass er darin den einzigen Weg sehe, um längerfristig den Meinungsumfragen den Garaus zu machen. Nur wenn die Umfrageergebnisse sich bei späterer Prüfung deutlich von den Erfahrungswerten unterschieden, bestünde die Chance, dass seitens der Auftraggeber deren Nutzen in Zweifel gezogen würde.

Nun könnte man dieses Vorgehen durchaus als Sabotage werten, andererseits ist es aber auch ein absolut vertretbarer persönlicher Standpunkt zu sagen: "Ich hasse Meinungsumfragen und möchte, dass sie verschwinden.". Das ironische hierbei ist folgendes: Die sogenannten Meinungsumfragen werden ihrem Namen nur sehr selten gerecht. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich nur um Befragungen zur Kaufplanung und zur Zufriedenheit (die meines Erachtens durch eine solche Befragung im Nachhinein erheblich sinkt), und keineswegs um die Frage nach einer echten und eventuell fundierten Meinung. Wenn man aber durch das Unterwandern der Befragung, selbige entwertet hat man eigentlich tatsächlich eine Meinung kundgetan und diese auch noch unter Beweis gestellt.

Ist es nicht seltsam, dass man jemanden zwingen kann etwas zu bekommen, was er nur behauptet zu wollen, aber eigentlich gar nicht will?