Wem hilfts?

Wenn man dieser Tage so durch sein Internet blättert wird man von allerlei Meldungen aus Myanmar erschlagen, die auf das Elend der Bevölkerung nach dem Zyklon Nargis aufmerksam machen.

Man erfährt, dass die Militärführung des Landes zwar Hilfsgüter aber keine Helfer ins Land lassen will und, dass entlegene Gebiete praktisch immer noch keine Versorgung erhalten haben. Darüber hinaus gibt es allerlei Berichte wonach verdorbene Lebensmittel verteilt worden seien und ausländische Hilfslieferungen als Spenden hochrangiger Generäle ausgegeben würden. Es ist die Rede von Seuchen und verwesenden Tier- und Menschenkadavern, von Tod und Elend - kurzum: So schlimm wie es nur kommen kann.

Natürlich ist verständlich, dass man den Betroffenen helfen möchte und so haben auch viele Staaten und internationale Verbände ihre Unterstützung angeboten, sehen sich aber nun mit der Sturheit der burmesischen Militärs konfontiert, die selbst nicht unmittelbar zu leiden haben und im wesentlichen das tun was sie seit ihrer Machtergreifung getan haben: An sich selber denken und ihre Macht erhalten und ausbauen. Folglich geschieht mit Hilfslieferungen das was man schon erwarten konnte: Alles was nützlich erscheint wird abgegriffen und landet nur zum kleinsten Teil bei denen die es bitter nötig hätten.

Die Folge: Die Machtposition der Junta wird gestärkt und die Notlage der Bevölkerung nicht gelindert. Ich bin ja ein großer Freund der Ironie und ihres fiesen Verwandten dem Zynismus, aber dass man mit Hilfslieferungen die Situation bedürftiger Menschen noch weiter steigert ist an Perversion nur schwer zu überbieten.

Ich muss gestehen, ich weiß selber nicht wie man hier sinnvoll vorgehen kann, aber den Diebstahl und Misbrauch der Hilfsgüter zuzulassen, damit ein Bruchteil sein eigentliches Ziel erreicht halte ich für falsch. Ob die diversen Helfer in der Region wohl langsam Mehr daran denken jemanden zu ermorden als jemandem zu helfen? Verstehen könnte ich's, was an sich schon seltsam genug ist.

Kommentare (3) -

  • Fenrir, es ist weder zynisch, noch ironisch gemeint - aber ich sage mir: Es verhungern Kinder vor unserer Tür. Es werden Neugeborene aus dem Fenster geworfen. Es bekommen hierzulande Menschen einen Anwalt gestellt, die anderen Menschen Schlimmes angetan haben. Es arbeiten Menschen Vollzeit und sind nicht in der Lage, mit ihrem Lohn angemessen Essen, Kleidung und Wohnung für ihre Familie zu beschaffen. Es...

    Sollten wir wirklich versuchen, zu verstehen, warum es in anderen Kulturen so furchtbar zugeht, solange wir nicht in der Lage sind, in einem der reichsten Länder der Erde dafür zu sorgen, dass keiner mehr hungern muss?
    Ich jedenfalls habe nichts für Myanmar gespendet. Mir tun die Menschen dort furchtbar Leid, aber solange ich nicht weiß, dass die Bombe, die ich dem Staatsoberhaupt dieses Regimes schicken würde, auch wirklich dort ankommt...
  • In dem Zusammenhang möchte ich dringend von Faxbomben abraten.
    Ich will jetzt nicht verraten woher ich das so genau weiß, aber es geht nicht. Garantiert nicht. Der Schlitz beim Scanner ist einfach zu schmal.
  • Smile Nun denn...
    Wenigstens weiß ich jetzt, dass mein Fax net kaputt ist.

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