Armut - Alles eine Frage der (un)gerechten Verteilung?

Allein in der EU werden jährlich Lebensmittel in einer Menge weggeworfen, die reichen würde, alle Hungernden dieser Welt zwei Mal zu ernähren!

Warum also dann der Hunger in der Welt? Noch nie waren die logistischen und Kühlmöglichkeiten so gut wie heutzutage. Wieso also schaffen wir es nicht, alle Menschen dieser Welt mit Nahrung, Kleidung (auch die wird ja reichlich weggeworfen) und anderen Gütern zu versorgen?

 

Ich möchte lieber fragen:
Ist es überhaupt sinnvoll?

Bekämpfen wir die Armut, indem wir die Armen speisen und die Nackten kleiden?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich ein riesen Geschrei verursache:
Ich meine NEIN!

Wir müssen Menschen – und zwar ALLEN Menschen weltweit – ermöglichen, von ihrer wie auch immer gearteten Arbeit zu leben und uns nicht darauf beschränken, den Hungernden unsere auf perverse Art erzeugten Überschüsse zuteil werden zu lassen. Je besser es nämlich gelingt, die FOLGEN der Armut zu kompensieren, umso weniger spür- und sichtbar die Armut wird, umso weniger Druck besteht, die URSACHEN der Armut zu beseitigen.
Es kann also nicht darum gehen, den Armen dieser Welt Essen, Kleidung und Medikamente heranzukarren, sondern es muss darum gehen, sie in die Lage zu versetzen, sich dies aus eigenen Mitteln zu beschaffen bzw. in ihren eigenen Ländern herzustellen. Solange Arme hierzulande als billige Arbeitssklaven missbraucht und zu Billigstlöhnen beschäftigt werden (wem es nicht reicht, der kann schließlich aufstocken oder zur Tafel gehen) und so genannte “Dritte-Welt-Länder” als Rohstofflieferanten ausgeplündert werden, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, benötigte Güter selbst in ausreichender Menge und Qualität herzustellen, solange sind alle Versuche, die erzeugten Güter besser zu verteilen nichts weiter als Almosen!
Oder hat jemand eine Erklärung dafür, warum es in Afrika zwar jede Menge Kakao, aber kaum Schokoladenfabriken gibt? Das liegt sicher nicht daran, dass Afrikaner nicht gern Schokolade äßen!

Comments (2) -

  • Ich muss mich berichtigen - es gibt Schokoladefabriken in Afrika. Man muss sie aber mit der Lupe suchen.
  • Ich finde den Text wirklich gut! Ja, die Armut, die wir verursachen ist wirklich ein Thema, bei dem ich mich immer mehr frage - wo soll das noch hingehen? Ich halte dieses System nicht mehr für lange überlebensfähig. Die Industrieländer wollen immer mehr Wachstum, Wachstum auf Kosten der Entwicklungsländer und letztendlich müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es kein grenzenloses Wachstum gibt. Allerdings wäre eine Souveränisierung dieser Länder für manche wenige, die ihr Geschäft damit machen, eh nicht erstrebenswert. Denn dann könnten die Länder die Preise für die Produkte verlangen, die sie wert sind. Und das darf wohl nicht sein.

    Ganz ehrlich, das ist für mich auch schon lange ein großer Aufreger.

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