Islands einzige Ziegenfarm vor dem Aus!

Auf dem Hof von Jóhanna B. Þorvaldsdóttir leben rund 400 Island-Ziegen, eine Rasse, die es nur auf Island gibt. Sie sind sehr urtümlich und durften deshalb sogar in "Games of Thrones" "mitspielen". Nun steht der kleine Hof vor dem Aus, Eigentlich ist Island laut eigener Verfassung dazu verpflichtet, seine Fauna vor dem Aussterben zu bewahren, weshalb die Haltung seltener Tierarten auch subventioniert wird. Allerdings wurden die Subventionen stark gekürzt, so dass es nun vorne und hinten nicht mehr reicht. Helfen könnte Jóhanna der Verkauf ihres berühmten Ziegenkäses, den sie bisher nur in Kleinstmengen herstellen kann, der ihr aber buchstäblich aus den Händen gerissen wird. Könnte sie im großen Stil die Milch ihrer Ziegen verarbeiten, wäre der Erhalt des Hofes aus eigener Kraft und damit auch der Fortbestand der Island-Ziege als Rasse für die Zukunft gesichert. Dazu müsste aber eine Pasteurisierungsanlage her, denn der Verkauf von Rohmilchkäse ist in Island verboten. Mit 90.000 US-Dollar könnte sie jedoch beginnen, die Produkteihres Ziegenhofs (Wolle, Käse, Seife und manches mehr) zu vermarkten. Sollte das Geld bis Mitte September 2014 allerdings nicht aufgetrieben werden können, werden alle 400 Ziegen geschlachtet, was die Rasse der Island-Ziegen zum Aussterben verurteilt...

Deshalb wurde unter https://www.indiegogo.com/projects/save-the-icelandic-goat-from-extinction eine Crowdfunding-Seite eingerichtet.

Weitere Infos gibt es auch unter http://icelandreview.com/de/news/2014/07/30/einzige-ziegenfarm-islands-soll-unter-den-hammer

 

Bitte helfen Sie alle mit, den Hof der idealistischen Frau zu erhalten, das Leben von 400 Ziegen zu retten und eine der urtümlichsten Ziegenrassen Europas langfristig zu erhalten!

 

Armut - Alles eine Frage der (un)gerechten Verteilung?

Allein in der EU werden jährlich Lebensmittel in einer Menge weggeworfen, die reichen würde, alle Hungernden dieser Welt zwei Mal zu ernähren!

Warum also dann der Hunger in der Welt? Noch nie waren die logistischen und Kühlmöglichkeiten so gut wie heutzutage. Wieso also schaffen wir es nicht, alle Menschen dieser Welt mit Nahrung, Kleidung (auch die wird ja reichlich weggeworfen) und anderen Gütern zu versorgen?

 

Ich möchte lieber fragen:
Ist es überhaupt sinnvoll?

Bekämpfen wir die Armut, indem wir die Armen speisen und die Nackten kleiden?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich ein riesen Geschrei verursache:
Ich meine NEIN!

Wir müssen Menschen – und zwar ALLEN Menschen weltweit – ermöglichen, von ihrer wie auch immer gearteten Arbeit zu leben und uns nicht darauf beschränken, den Hungernden unsere auf perverse Art erzeugten Überschüsse zuteil werden zu lassen. Je besser es nämlich gelingt, die FOLGEN der Armut zu kompensieren, umso weniger spür- und sichtbar die Armut wird, umso weniger Druck besteht, die URSACHEN der Armut zu beseitigen.
Es kann also nicht darum gehen, den Armen dieser Welt Essen, Kleidung und Medikamente heranzukarren, sondern es muss darum gehen, sie in die Lage zu versetzen, sich dies aus eigenen Mitteln zu beschaffen bzw. in ihren eigenen Ländern herzustellen. Solange Arme hierzulande als billige Arbeitssklaven missbraucht und zu Billigstlöhnen beschäftigt werden (wem es nicht reicht, der kann schließlich aufstocken oder zur Tafel gehen) und so genannte “Dritte-Welt-Länder” als Rohstofflieferanten ausgeplündert werden, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, benötigte Güter selbst in ausreichender Menge und Qualität herzustellen, solange sind alle Versuche, die erzeugten Güter besser zu verteilen nichts weiter als Almosen!
Oder hat jemand eine Erklärung dafür, warum es in Afrika zwar jede Menge Kakao, aber kaum Schokoladenfabriken gibt? Das liegt sicher nicht daran, dass Afrikaner nicht gern Schokolade äßen!

Zukunft haben oder sein

Schon seit einiger Zeit machen wir uns nun schon Gedanken darüber, wie man anständig leben kann.
Und in diesem Zusammenhang ist mit "anständig" nicht gemeint, dass man möglichst viel bekommt. Sondern dass wir uns überlegen, wie wir die negativen Auswirkungen unserer existenz so gering wie möglich halten können.
Dazu gehört der Verzicht auf überflüssiges Plastik als Verpackungsmaterial genauso wie der verzicht auf Überflüssiges an sich, der verzicht auf Produkte von geschundenen Tieren...Verzicht, Verzicht, Verzicht.
Ist Verzicht gleich Entbehrung?

Obwohl ich es mit Kirche oder gar Katholizismus so gar nicht habe, fallen mir zum Thema “Verzicht” einige Gedanken des Abtprimus Notker Wolf ein. Dieser so gar nicht weltfremde Mönch schreibt sinngemäß, dass Verzicht eine Form von Freiheit sei. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, was man haben möchte und was eben nicht. Ich bin mir bewusst, dass manche Menschen diese Freiheit nicht haben: Die, die ohnehin schon Mühe haben, sich auch nur das Nötigste zu beschaffen. Vielmehr ist die Verantwortung gemeint, die wir gegenüber uns selbst, der Natur und den Mitmenschen haben. Wieviel bleibt für andere übrig, wenn ich mir alles nehme (oder zumindest alles, was ich kriegen kann)? Wen zwinge ich zum Verzicht, wenn ich alles möglichst billig will, weil ich dann genug Geld übrig habe, um mir noch mehr zu kaufen? Macht mich Konsum wirklich glücklich oder stiehlt er mir nicht vielmehr Zeit, die ich für anderes dann nicht mehr übrig habe?

Immer mehr komme ich zu dem Glauben, dass nicht Plastik der Übeltäter ist, sondern vielmehr unsere Gier. Eine Plastikschüssel ist billiger als eine aus Glas oder Edelstahl – also kaufe ich da gleich zwei (oder drei…). Ich muss da auch nicht so drauf aufpassen, sondern kaufe mir einfach eine neue, wenn sie unansehnlich ist. Diese Gier, diese Instant-Mentalität (alles gleich, alles sofort, alles jederzeit und wenn es nicht so funktioniert wie erwartet: Weg damit!) hat leider nicht nur unser Konsumverhalten, sondern auch unseren Geist infiziert. Wir konsumieren nicht nur Essen, Kleidung, Haushaltsartikel, sondern auch Musik, Dienstleistungen, geistige Werte und die Beziehungen zu anderen Menschen.
Das lateinische Wort “consumare” heißt soviel wie “aufzehren” und legt die Annahme nahe, dass danach eigentlich nichts mehr vom Konsumierten übrig bleibt.
Bei unserem heutigen Konsum bleibt allerdings jede Menge übrig: Müll, der uns krank machen kann, Essen, das andere vorm Verhungern retten könnte und ihnen doch nicht zuteil wird, ausgebeutete Landschaften, überfischte Meere und geschundene Kreaturen, die wir buchstäblich bis zum letzten Tropfen ausgemolken haben und auf die zum Dank für ihre Mühen nur noch eine “Karriere” in der Katzenfutterdose wartet. Nicht zu vergessen die vielen zerstörten Seelen der Menschen, die wir ebenfalls konsumiert haben – als Arbeitnehmer, gutmütige Freunde, abgelegte “Lebensabschnittspartner” etc.

Ich denke, was wir wirklich brauchen, ist nicht die Suche nach einem Sündenbock (ob der nun Plastik, Massentierhaltung, Globalisierung oder Politik heißt), sondern eine neue Ethik der Nachhaltigkeit. Dazu muss man nicht einmal einen Gott oder das Karma bemühen. Jede Spezies hat grundsätzlich zwei Bestrebungen: Das Überleben als Individuum und das Überleben als Spezies. Wenn wir anderen Individuen, anderen Spezies die Lebensgrundlage entziehen, sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen. Denken wir an den alten Spruch:”Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen”.

Abgespeist! - Über die Lügen der Lebensmittel-Industrie

Dies habe ich grade im Fernsehen gesehen und im I-Net gefunden:

www.foodwatch.de


Hier kann man nachlesen, was uns die Nahrungsmittelindustrie weismachen will - und was wirklich dran ist an Versprechen wie: So wertvoll wie ein kleines Steak.
Für alle, die es schon immer gewusst haben, aber bisher zu faul waren, aus ihrem Wissen auch Konsequenzen zu ziehen (wie ich *schäm* ) für alle, die sich erst neuerdings mit dem Thema gesunde Ernährung auseinander setzen und für alle, die den letzten Anstoß brauchen, um endlich konsequent naturbelassene Nahrungsmittel zu kaufen und sich ihre Leckereien selber zu machen - wer Rezepte braucht, wende sich vertrauensvoll an "den Fischer un sin Fruu", sprich: fenrir und Morgan).

Schöpfungstheorie 26 - Paradiesapfel

Als Gott das Paradies erschaffen hatte, bevölkerte er es mit Wesen aller Art. Sein schönstes Werk, sozusagen die Krone der Schöpfung aber war ein Menschenpaar, Adam und Eva. Diese beiden waren nach Gottes Ebenbild geschaffen und trugen das Göttliche in sich. Und was immer sie berührten, war inspiriert und beseelt. Weil das Menschenpaar so perfekt war, schenkte Gott ihnen das Paradies ohne jede Bedingung.

 Eines Tages entdeckte Eva an einem Baum eine schöne rote Frucht. Sie pflückte sie und kostete ganz vorsichtig an einer Seite. Die Frucht war köstlich. Sie trug sie zu ihrem Gefährten und ließ ihn ebenfalls abbeißen - von der anderen Seite. Der Genuss der Frucht hatte eine ungewöhnliche Wirkung: Adam und Eva schauten sich tief in die Augen und erkannten im anderen jeweils das eigene Selbst. Und sie fühlten sich buchstäblich so voneinander angezogen, dass sie in einer immerwährenden Umarmung miteinander verschmolzen.

Der Paradiesapfel entglitt ihren Händen und rollte über die Grenzen des Paradieses hinaus in die Unendlichkeit des Universums. Nicht mehr direkt mit dem Göttlichen verbunden, war der Apfel nun der Zersetzung und dem Verfall preisgegeben. Weil aber Adams und Evas Lippen den Apfel berührt hatten, verdarb er nicht vollständig, sondern entwickelte einen äußerst lebendigen Schimmelüberzug, der die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annahm und nach einiger Zeit von sich aus immer neue Lebensformen hervorbrachte. Einige dieser Lebensformen entwickelten ein höheres Bewusstsein und erinnerten sich kollektiv und vage an ihren Ursprung, den sie in zahlreichen Varianten kolportierten.

Dies erklärt

- warum die Erde vom Weltall betrachtet weiß, blau und grün erscheint: Dies ist der Schimmelüberzug des Lebens

- warum die Erde an den Polen abgeflacht ist: Hier bissen Adam und Eva ab

- warum es so viele unterschiedliche Schöpfungstheorien gibt

- warum der Mensch sich als etwas Besonderes ansieht

- warum der Mensch so gern knutscht

Socken für den Tausendfüßler

(Eine Glosse)

Eigentlich sind wir ein ganz normaler Vier-Personen-Haushalt. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir noch ein paar unsichtbare Mitbewohner haben. Zwei dieser mehr oder weniger guten Geister haben sogar Namen. Sie heißen Keiner und Niemand. Keiner lässt z.B. immer das Licht brennen, wenn Niemand im Zimmer ist. Keiner hat auch die Wurst offen liegen gelassen, so dass der Hund sie fand und fraß. Dafür tritt sich Niemand die Füße ab, wenn es draußen regnet und das Dachfenster schließt sowieso Keiner. Niemand hat auch den Emmentaler gegessen, den ich dringend zum Überbacken brauche. "If fars nif", meint Melinda mit verdächtig vollen Backen. Ich glaube, sie verbündet sich mit Niemand...  Auch haben wir einen riesigen Tausendfüßer bei uns in der Wohnung. Oder wer sonst trägt wohl all die grauen Socken, die zu Dutzenden im Wäschekorb sind, egal, wieviele gerade auf der Leine hängen oder schon wieder in der Kommode sind. Eine nicht abreißen wollende Karawane grauer Socken Gr. 46...

Außer dem kleinen sichtbaren Jungen namens Armin beherbergen wir auch noch einen unsichtbaren, etwas größeren Jungen bei uns. Immer nachts zieht er mit Vorliebe Melindas Hosen an. Am nächsten Waschtag finde ich dann in deren Taschen alles, was kleine Jungs gemeinhin dort hinein stopfen: Kaugummis, Steinchen, Murmeln, Münzen, Bonbons mit und ohne Papier... Wenn ich Melinda drauf anspreche, war sie es nicht. Ob Keiner...?

Ein anscheinend Schnupfen geplagtes Wesen hinterlässt überall in der Wohnung Taschentücher. Es tut mir so leid, offensichtlich ist der Schnupfen so stark, dass es immerzu und jederzeit niesen und die gebrauchten Taschentücher dann in den hintersten Winkeln verstecken muss. Vielleicht hat es eine Hausstauballergie? Mir wird die Arbeit jedenfalls langsam zu viel. ich schlage folgende Arbeitsteilung vor: Also, ab morgen räumt Keiner auf und Niemand putzt!

Nichts anzuziehen!!!

(eine Glosse)

 

 Zweimal im Jahr, genauer gesagt, in jedem Herbst und Frühling, stehe ich vor meinem Kleiderschrank und stelle fest, dass ich mal wieder einen ganzen Schrank voll nichts anzuziehen habe. Also beginne ich eine Expedition, vor der mir fast ebenso graut wie vor dem Zahnarztbesuch: Ich muss in die Stadt, Klamotten kaufen. Nachdem ich einen Survival-Koffer für Baby Armin und einen für Töchterchen Melinda gepackt und dem Kind eingeschärft habe, dass es diesmal nichts außer der Reihe gibt, besonders keinen Besuch bei einer dieser Burger-Bratereien, steuert unsere Karawane frohgemut die nächst gelegene Filiale eines dänischen Textilkaufhauses an.
Schon am Eingang lachen mich olivgrüne Stufenröcke im Vintage-Look an, mit 19,90 sogar ausgesprochen preiswert. Es gibt jede Menge in Gr. 34 und 36, einen in 38, jede Menge in Gr. 44/46, keinen einzigen in Gr. 40 oder 42. Nun ja.
Vielleicht eine von diesen orangeroten Corsagen? Es gibt sie in Gr. 34 und 36, einmal in 38, und massig in 46. Keine in 40 oder 42. Das gleiche Spiel mit den khakifarbenen Dreiviertel-Hosen. Ich beginne zu überlegen, ob Armin wohl noch lange durchhält und ob ich mich zweckmäßiger Weise lieber auf Gr. 36 runterhungern oder auf Gr. 46 hochfuttern sollte

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Ein paar Teile in passender Größe und realistischem Preis entführe ich schließlich doch in die Umkleide, wo mich mein persönliches Waterloo erwartet. Grell fällt das fahlgrüne Neonlicht direkt von oben und wirft tiefe Schatten unter Augen und Jochbeine. Dafür beleuchtet es gnadenlos plastisch gröbere Poren, Cellulite-Dellen und nicht ganz perfekt rasierte Waden. Die beiden über Eck gestellten Spiegel vervielfältigen meinen Hintern ins Unendliche; einen Moment lang habe ich die Vision, meine Kabine mit einer Horde bleicher Flusspferde zu teilen, alle in Baumwollschlüpfern.
Das erste Teil ist ein Cargorock in 42 (40 gabs nicht), der aus unerfindlichen Gründen zu groß ausfällt und um mich schlottert wie ein Sack. Die Blasbalgtaschen tragen unschön auf, der Saum endet genau an der dicksten Stelle der Waden und verleiht mir die Anmut einer Kolchosbäuerin. Melinda, in ein perfekt passendes Ensemble in beige-bleu gewandet, blickt zur Kabine herein und verdreht die Augen.
Also lieber das Lingerie-Top in Türkis und die Caprijeans. Das Top passt, nur die Hose geht nicht ganz zu. Vielleicht, wenn ich das Top etwas weiter runter... In Gelb-orange gewandet, streckt Melinda ihren Kopf durch die Tür und meint:"Du wolltest doch keine Unterwäsche kaufen. Und der Knopf geht nicht zu." Danke mein Kind!
Aus dem Kinderwagen dringen verdächtige Gieks- und Gakel-Geräusche. Noch schnell dieses Kleid hier mit Neckholder-Oberteil, in schlank machender A-Linie und leuchtend orangenem Madraskaro.
Entweder habe ich mich verheddert oder sonst was: Der Neckholder ist entschieden zu kurz und zwingt mich in eine seltsame Schiefhaltung, mein Busen sprengt alle Dimensionen und dass A-Linie schlank macht, kann ich nun gar nicht finden. Zu allem Überfluss bekundet Armin lauthals, dass seine Geduld nun zu Ende ist und damit der Einkaufsbummel auch. Kleiner Macho! Ich spüre, wie mir die Milch einschießt.
"Dein Sohn weint," bemerkt Melinda, ganz in oliv-pink gehüllt und Barbies kleiner Schwester sehr ähnlich, "und das Kleid sieht aus wie eine Küchenschürze."
Hektisch bemühe ich mich aus dem Kleid heraus zu kommen, um zu meinem brüllenden Sohn zu gelangen. Ich zerre und reiße, irgendwann macht es ratsch und ich bin frei. Völlig derangiert, nass geschwitzt und mit hochrotem Gesicht hänge ich die Sachen zurück. Hoffentlich sieht niemand die Milchflecke auf dem Kleid...


Ich kaufe also das Barbie-Outfit, erstehe für Armin einen entzückenden Matrosenanzug und lasse mich zum Besuch einer Burger-Braterei breitschlagen, wo ich die ersten 600 Kalorien auf dem Weg zu meiner neuen Kleidergröße vertilge. Bevor wir heim fahren, nehme ich noch drei Zeitschriften mit; voller Mode, die ich nie tragen, präsentiert an Frauen, deren Figur ich nie haben werde. Viele Illusionen und knapp achtzig Euro ärmer lasse ich mich abends aufs Sofa fallen und schlage die Zeitschrift auf. Das Model trägt MEIN Neckholder-Kleid! Es sieht entzückend aus, gar nicht nach Küchenschürze. - Jedenfalls, wenn man keinen Stillbusen, aber dafür rasierte Waden hat...
 

Neues aus der Eso-Werkstatt - Part III

Liebes Tagebuch,

 so langsam erhole ich mich. Die Eisenhutvergiftung klingt allmählich ab und auch des Meisters Stiefelspitze ist schon fast wieder herausgeeitert. Deshalb meinte der Meister wohl auch, ich sei wieder bereit, meinen Pfad der Erleuchtung weiter zu beschreiten - in aller Demut natürlich. Er rief mich also zu sich, erklärte knapp, einige Vehikel aus dem firmeneigenen Fuhrpark hätten durch die in letzter Zeit gehäuft stattfindenden Astralreisen Schlacken angesammelt und gebot mir eine gründliche spirituelle Reinigung derselben. Diese Aufgabe war natürlich eine große Ehre für einen Unwürdigen wie mich und das sagte ich dem Meister auch. Genau gesagt gab ich ihm zu verstehen, dass ich befürchtete, mein Karma könne Schaden nehmen, wenn ich die Autos wasche...

Da kam ich beim Meister aber schön an!

"Schlecht fürs Karma?!" brüllte er, "wenn du nicht gleich dein Sakralchakra in Bewegung setzt und  gehorchst, dann geb ich dir fürs Karma, dass die Aura flackert!"

Ich zog es vor, mich demütig zu verneigen, bevor ich großzügig Salböl auf die Fahrzeuge verteilen ging.

P.S.: Neulich las ich eine Anzeige über Car-Sharing. Muss das nicht Carma-Sharing heißen?

Neues aus der Eso-Werkstatt - Part II

Liebes Tagebuch,

heute gehts mir gar nicht gut. In der Tat, mir ist ein bisschen flau und obwohl ich weiß, dass ich auch diese Erfahrung demütig annehmen sollte, fällt es doch etwas schwerer als sonst, meine Lektion zu lernen. Ich lasse sie mir schon den ganzen Tag durch den Kopf gehen...

Dabei hat dieser Tag so schön begonnen. Es war herrliches Wetter und der Meister in seiner grenzenlosen Güte erlaubte uns, in Göttins freier Natur Heilpflanzen aufzusuchen um uns mit diesen vertraut zu machen. Er instruierte uns nur wenig, sondern trug uns auf, uns demütig den Pflanzen zu nähern, damit wir hören könnten was die Pflanzen-Devas uns zu sagen hätten.

In meinem Unglauben hielt ich es für eher abwegig, dass eine Gierschpflanze oder ähnliches zu mir sprechen würde, näherte mich aber demütig einer schönen Pflanze mit blauen Glockenblüten. Wie erstaunt und ehrfürchtig war ich, als ich die Stimme des Pflanzendeva vernahm:

"Ja, versuchs nur! Keine Angst! Du wirst sehen, es ist eine wunderbare Erfahrung! Nur zu! Stecks dir in den Mund! Ja!"

Bis ich merkte, dass ich nicht die Stimme der Pflanze hörte, sondern nur unseren Gesellen, der im Gebüsch nebenan mit der Thai-Praktikantin eine Runde Kundalini-Yoga schob, hatte ich schon ziemlich viel Eisenhut intus...

Jetzt muss ich leider aufhören. Der Notarzt meinte, ich soll das Laptop zuklappen. Vermutlich brauchen sie Platz für den Defibrillator.

P.S.: Was ist eigentlich Herzkarmaflimmern?