Über Träume

Viele glauben, es gäbe nichts Schmerzhafteres, als das Sterben eines Traumes erleben zu müssen.

Träume aber verhalten sich nicht wie Seifenblasen, die platzen, sobald sie den Boden berühren. Vielmehr sind sie wie Sterne, immer da, die sich in Seen spiegeln, in Wasserpfützen oder Fensterscheiben.

Die Spiegel unserer Träume sind die Menschen, mit denen wir zu tun haben, unsere Beziehungen und Erlebnisse. Wir neigen dazu, unser Augenmerk nur auf die Spiegel zu richten und das, was wir darin sehen, halten wir für real. Ein Spiegel aber kann blind werden, er kann zerbrechen oder einfach nicht mehr da sein. Dann sieht es so aus, als seien auch unsere Träume zerstört und verschwunden. Aber sie sind da. Gleich den Sternen am nächtlichen Himmel einer Großstadt, die unser unvollkommenes Auge nicht mehr wahr zu nehmen vermag, sind sie da und warten darauf, von dir neu entdeckt zu werden. Dann tust du gut daran, an eine Stelle zu gehen, von der aus man die Sterne sehen kann.

Scließe deine Augen.     

Schweige.

Atme.

Hörst du deinen Herzschlag?

Spürst du, wie es kribbelt in dir?

Vernimmst du das Rauschen deines eigenen Blutstroms in den Ohren?

Das ist dein Traum. Er ist da. Es ist dein Leben.

Es wartet auf dich wie eine Braut.

Geh, zieh dir das Leben rein, koste es mit allen Sinnen. Es gehört dir.

Achte nicht auf die Spiegel. Spiegel können blind werden. Sie können zerbrechen oder einfach nicht mehr da sein.

Dein Traum aber existiert mit dir solange du lebst.

 Wo ist DEIN Ort, von wo aus du die Sterne sehen kannst?

Kommentare (2) -

  • Dieser Text .... er regt zum träumen an. Wenn es doch so einfach wäre. Die Augen schliessen und anfangen zu träumen. Oftmals habe ich das Gefühl das Träume oft schneller zerplatzen, als Seifenblasen es tun. Man träumt zwar immer wieder neue Träume, aber die Enttäuschung nach unerfüllten Träumen macht es schwerer und schwerer an seine Träume und Wünsche zu glauben.

    Dein Text macht dennoch Mut.... es ist einer der schönsten Blogeinträgen die ich seit sehr sehr langer Zeit gelesen habe.
  • Stark abgekürzt und entschieden weniger poetisch heißt das ja: Mach was aus deinem Leben, du hast nur eins.
    Aber du hast schon Recht: Viele scheinen vor lauter Träumen das Leben zu vergessen. Es ist wichtig innezuhalten und sich klar zu sagen, dass man seines Glükes Schmied ist und vom Träumen allein nix Realität wird.
    Das wurde ja schon in den Siebzigern besungen: "Don't dream it, be it!"

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