DWSDM - Die Welt sucht den Messias

Nun ist er also gestorben der Herr Jobs.

Bauchspeicheldrüsenkrebs, für die die es nicht wissen, ist ein besonders bösartiger Krebs mit besonders geringer Überlebenschance. Bis zuletzt hat er sich an seine Machtposition geklammert, die er seit vielen Jahren so eisern verteidigt und ausgebaut hatte. Sein Abschied aus der Unternehmensführung war eigentlich schon ein klares Signal, dass es nicht gut um ihn steht und das hat sich nun bewahrheitet.

Ich mochte ihn im Leben nicht und mag ihm auch im Tod nicht vergeben, ärgere mich aber auch darüber, dass er nun so einhellig als Heilsbringer dargestellt wird, der er niemals war.

Dies schrieb ich heute in der ein oder anderen Kommentarsektion:

Nunja, der gute Herr Jobs hat um sich herum viel Dreck erzeugt um die eigene Firma im strahlenden Weiß dastehen zu lassen.

Der juristische Giftmüll den er hinterlassen hat wird uns noch viele Jahre/Jahrzehnte belasten. Er ist ganz persönlich und unmittelbar mitverantwortlich für die hoffnungslose Überbewertung des sogenannten geistigen Eigentums, für Trivialpatente und Softwarepatente, ist Großmeister des Patenttrollens und Vorreiter eines extrem fragwürdigen Umgangs mit Resourcen aller Art.

Ich schlage vor ihm ein Mausoleum zu errichten aus allen jemals gebauten Macs, errichtet auf einem Sockel in den sämtliche Apple-Patente eingegossen werden, die Wände tapeziert mit allen iphones und ipods. Die Grabkammer dick gepolstert mit den zahllosen Anklageschriften und Gerichtsurteilen die seine Firma produziert hat, bewacht von seinen Anwälten, die ihn auch im Tode vor denen da draußen beschützen.
Dorthin können dann seine Jünger pilgern und im Andenken an ihn in einen Plastikapfel beißen.

Das hielte ich für angemessen.

Liebe admins der Kommentarsümpfe:

Wenn ihr wollt, dass der Typ wie ein Mensch behandelt wird, dann beschreibt ihn nicht als Übermensch!

Und nein: Demokratie braucht nicht den Kapitalismus, daher ist er auch kein Vorzeigedemokrat gewesen, und ja: er hätte die Möglichkeit gehabt bei seinen Zulieferern etwas zu ändern, wer wenn nicht einer der reichsten Menschen auf dem Planeten, und nein: er war nichts anderes als ein exzellenter Selbstvermarkter.

Nunja, heute wird je nach Ansicht lebhaft diskutiert oder chaotisch gestritten, bin gespannt wie die Aufarbeitung der nächsten Wochen aussehen wird.

 

Kommentare (1) -

  • Nun ja, was an dem Typen fasziniert, ist eigentlich das, was uns an allen Jobs, Gates oder Zuckermans fasziniert (übrigens auch an Models, Schauspielern und Popstars): Das einzige, was sie gut können, gerne zu tun und dabei stinkreich zu werden! Und das ist doch, man darf es sich ruhig eingestehen, ohne in moralische Abgründe zu versinken, was sich die meisten von uns erträumen. Ich will mich da gar nicht ausnehmen.
    Er hat den "American Dream" gelebt und ist damit Hoffnungsträger für alle, die ebenfalls träumen.

    Fragwürdig ist allerdings das, was er aus seinem Traum gemacht hat. Wer Macht und Reichtum nicht dankbar entgegennimmt und bereit ist, auch andere daran teilhaben zu lassen, sondern durch sein Tun dazu beiträgt, anderen lediglich die Krümel oder weniger zu überlassen, wer Innovationen hemmt, weil er in maßloser Raffgier alles für sich beansprucht, was jemals erdacht werden könnte, nur um zu verhindern, dass ihm jemand zuvorkommt, der missbraucht diese Macht und verrät den Traum. Ein solcher Mensch gehört keineswegs auf einen Sockel.
    Er hat es ja nun hinter sich. Sein Geld konnte ihn nicht retten. RIP.
    Schlimmer finde ich, dass die Menschen so leicht auf das Rattenfänger-Prinzip reinfallen und ihm schon zu Lebzeiten seine Produkte aus den Händen gerissen haben wie heilige Reliquien. Als könnten sie über ein iPod teilhaben am amerikanischen Traum, ohne zu merken, dass es genau dieses Verhalten ist, das Jobs amerikanischen Traum hat wahr werden lassen. Das ist menschlich und noch nicht einmal verwerflich.
    Es ist nur traurig.

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