Wer noch nicht weiß was er verschenken soll

Weihnachten naht in rasender Geschwindigkeit und viele haben weder Zeit noch Lust sich um Geschenke zu bemühen. Kann man ja auch verstehen, denn die anderen haben ja auch keine Lust und darum werden die Geschenke die man kriegt langweilig sein, was einem die willkommene Ausrede verschafft ebenfalls Langweiliges zu verschenken.

Mein Tipp wäre die Guttenberg-Bibel: Nicht zu verwechseln mit einer sauteuren Gutenberg-Bibel, die man lieber selber behält kennzeichnet die Guttenberg-Bibel ihr freundliches, gepflegtes Äußeres, das jeden irgendwie anspricht. Inhaltlich ist sie etwas schwachbrüstig aus verschiedenen anderen Werken zusammenkopiert, was aber im Vorwort bereits als so offensichtlich abgetan wird, dass es keiner Entschuldigung bedarf.

Bemerkenswert ist auch der religiöse Ansatz, dass der frei von Sünde ist, der es echt nicht so gemeint hat. Hier findet jeder Trost, der still und heimlich überzeugt davon ist, dass die anderen in Wirklichkeit schuld sind.

Ein tolles Geschenk also für jeden, der einem eh Wurst ist.

digitale Kluft am praktischen Beispiel

Eigentlich bin ich kein Freund von Schubladenbeschriftungen wie "digitale Kluft", aber an einem Tag wie heute kommt man nicht umhin in genau solchen Kategorien zu denken.

Fast jede deutsche IT-Seite befasst sich noch immer mit dem frisch aufgedeckten Bundestrojaner (heise, golem, usw.), fast jeder webaffine Blogger hat das Thema ganz oben (fefe, lobo, usw.) aber die mutmaßlich klassischen Magazine (stern, spiegel, usw.) haben nichts oder fast nichts mehr auf den Hauptseiten.

Ist es tatsächlich so, dass ein solches Thema für die Allgemeinheit zu kompliziert sein sollte? Oder haben die Verschwörungstheoretiker recht, dass der Vorfall vertuscht werden soll?

Da geht es um freiheitliche Grundrechte und unsere Journalie verpennt das Thema, regt sich aber immer wieder drüber auf, dass ihr die Amateur-Blogger die Kundschaft abnehmen. es mag ja Zeichen eines Wandels sein, dass ein nicht mehr neues Medium mehr an Bedeutung gewinnt, aber das zugrunde liegende Thema ist ein altes.

Jeder Landwirt weiß, dass er mehr fruchtbaren Boden durch Erosion als durch Erdrutsche verliert und muss sich daher unentwegt darum kümmern dem Entgegenzuwirken. Freiheit und Bürgerrechte werden ebenso nicht plötzlich sondern langsam aber stetig abgetragen wenn man nicht ununterbrochen etwas dagegen tut. Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. So abgedroschen sich das anhören mag, so wahr ist es leider auch.

Da darf es keine Rolle spielen an welcher Stelle die Erosion ansetzt, denn irgendwann geht es immer um ein Stückchen das einem wichtig ist, das man aber nicht mehr verteidigen kann, weil rundum schon alles weggebrochen ist.

Das Internet ist nicht nur ein Spielplatz für kleine und große Kinder und nicht nur ein Ghetto der Urheberrechtsverletzer und Cyberkriminellen. Es ist ein Medium, das erhebliche Möglichkeiten bietet und einer zunehmenden Anzahl Menschen wichtig genug ist um dafür zu kämpfen. Dies einfach zu unterschlagen wäre schlicht dumm.