In zehn Schritten zu einer besseren Welt (eventuell): Eins

Ich durchblättere mein Internet nicht mehr, ich habe es einfach auswendig gelernt. Und was neu dazu kommt wird gebookmarkt.
So überrascht es mich wenig, dass diese Welt eine seltsame ist.

En detail wird das an dieser Stelle von Fenrir recht plausibel dargelegt. Aber wie reagiert man jetzt auf diese seltsame Welt.
Vielleicht wird man einfach selbst seltsam. Nur, wie soll das gehen? Wie um Himmels Willen werde ich von Ottonormalfritz zu einem seltsamen Menschen.

Übung Nummer Eins:

Als erstes brauche ich ein Tier, einen treuen Begleiter im rauen Alltag. Jemand der mir in die Socken pinkelt und Löcher in die Schuhe frisst. Bald ist ja wieder Schneematschzeit. Ein Haustier also. Soweit so gewöhnlich. Halb Deutschland ist Tierhalter und angetrieben durch tausende von Tierdokus werden wohl, gerade jetzt zu Weihnachten, noch ein paar Millionen dazu kommen. Ich habe, nebenbei bemerkt, schonmal damit angefangen im örtlichen Tierheim Platz zu schaffen, ein Tier mitgenommen und eine kleine Spende dagelassen. Weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der zu erwartenden Tierflut nach Weihnachten, wenn die lieben Kleinen merken, dass das alles im Fernsehen viel lustiger und einfacher ausgesehen hat. Nun, die Kinder können nichts dafür, denn sie wissen nicht was sie tun, den Eltern gehört allerdings ihr Taschengeld abgenommen. Ich schweife ab...
Also, das Tier ist angeschafft, ich bin aber weiterhin äußerst normal. Fangen wir also an mit dem Tier zu reden. Zum Beispiel über Mathematik.

Hallo Hund, und mal und gibt und.
Ohne mal Ohne gibt auch und.
Und mal ohne gibt allerdings ohne.

Zumindest mein Haustier könnte jetzt anfangen mich seltsam zu finden. Es ist nämlich gar kein Hund. Aber auch ein Tier braucht Unterhaltung und warum sollte ich es nicht mal mit tieferer Mathematik versuchen. Das ganze ist aber auch nur eine Übung. Als nächstes rede ich dann mit meiner Zahnbürste. Hab ich heute morgen schon gemacht. Ich bin ins Bad gekommen und habe sie gleich und mit aufrichtigem Bedauern gefragt: Warum denn so geknickt?

Es sind nur kleine Schritte, aber man muss bereit sein den Weg zu gehen um den Ödnissen des Alltags zu entgehen und sich der seltsamen Welt anzunähern, als ganz normaler seltsamer Mensch. Denn vielleicht ergibt seltsam mal seltsam ja wieder normal.

Ich habe da übrigens was ganz interessantes im Internet gesehen. Muss ich mir gleich mal bookmarken.

Kommentare (9) -

  • Zunächst mal herzlich willkommeann als erster, aktiver Gastautor.
    Endlich zieht die ruhige Stimme der Vernunft in diese wirren Teste ein.
    Eine schöne Schrit-für-Schritt-Anleitung, die jeder im Alltag gut umsetzen kann.
  • Hab dir grad mal eine eigen Kategorie hierfür eingerichtet. Natürlich in der Hoffnung, dass weitere Schritte folgen.
  • Das war vielleicht etwas voreilig, denn der zweite Schritt ist Großes anzukündigen und einfach keine Taten folgen zu lassen.
    Den hätte ich dann auch gleich anschaulich in die Tat umgesetzt.
  • Der Mangel an Taten braucht auch einen angemessen würdigenden Rahmen, den ich durch die eigene Kategorie nun dann ebenso anschaulich ergänzt habe.
  • zeo
    Den zweiten Schritt - "Großes anzukündigen und einfach keine Taten folgen zu lassen" - lässt sich im Alltag sehr gut bei dem Beispiel "Ampel" umsetzen.

    1. Schritt: Ist die großes Ankündigung.
    Drücke bitte auf die Ampel.
    2. Schritt: Warte bist die Ampel umgeschaltet hat und du gehen darfst.
    Direkt mit Schritt drei fortfahren.
    3. Schritt: Tue nichts sonder starre die wartenden Autofahrer an.

    Schritte 1 - 3 lassen sich beliebig oft wiederholen. Wenn man Sirenen wahrnimmt sollte man allerdings die Flucht ergreifen.

    mit wochenendlichen grüßen

    Alex
  • Oh Mann, das mit der Ampel...
    Das erleb ich jeden Tag. Mit meinem kleinen Sohn. Der traut sich das nämlich noch, mittels Knopfdruck den Verkehr der Hauptstraße stillstehen zu lassen. Er wird es weit bringen. Wenn er mit drei Jahren schon kapiert hatt, dass die moderne Welt im Wesentlichen auf Knopfdruck funktioniert und sich auch alle dran halten, ganz egal, wie widersinnig das Ganze ist.

    Ansonsten überkommt mich das Unbehagen bezüglich solcher Gedanken, ob die Welt an sich und im Besonderen noch normal ist, nicht so sehr im Internet. Da habe ich einige Nischen für bedrohte Spezies aufgetan und auch selbst gegründet.Ich denke, wenn man uns in Ruhe kruschteln lässt, werden wir uns vielleicht sogar vermehren...
    Nein, was mir viel mehr Sorgen macht, ist die Welt DA DRAUSSEN! Ich mein, jeden Tag krieg ich via Satelliten-Schüssel neue Beweise menschlicher Unfähigkeit zum Überleben in Form so genannter Doku-Soaps. da zeigt man mir das Leben, wie es da draußen ist. Mit lauter Menschen, die zu doof sind zum wohnen, kochen, gärtnern, flirten, Kinder erziehen etc.
    Sind die da draußen wirklich so? Wenn ja - gelten die dann etwa irgendwann als normal, nur weil sie in der Mehrheit sind?

    Fragen über Fragen...


  • Normalität als Massenphänomen - interessanter Ansatz. Vielleicht sollten wir mal abstimmen ob das noch normal ist.
  • Vielleicht liegts an der vorgerückten Stunde, aber ich fand die Gespräche mit Pseudo-Hund und Zahnbürste eben zum Brüllen komisch. Beim zweiten Lesen. Pagadogu sei Dank....
    Fenrir, vergib mir, ich weiß nicht mehr, was ich tu...

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