Kritik: Falling Skies

Gestern startete auf Pro Sieben die Serie "Falling Skies", an welcher mutmaßlich auch Steven Spielberg mitgearbeitet haben soll.

Das Szenario: Außerirdische haben die Erde angegriffen und quasi im Handstreich überrannt. Gruppen von Überlebenden, bestehend jeweils aus Kämpfern und Zivilisten im Verhältnis 1:2 bewegen sich durchs Land.

Angeführt vom wie immer schwachen Noah Wylie, der so wenig nach Geschichtsprofessor aussieht wie das  überhaupt möglich ist, stakst eine Gruppe noch schlechterer Schauspieler durch eine Handlung die derart hahnebüchen und dämlich ist, dass man sich ernsthaft fragt ob es tatsächlich ein Drehbuch für diesen Unfug gibt.

Natürlich gibt es den obligatorischen kleinen Jungen, der in jeder freien Sekunde in amerikanischen Jugendträumen unterrichtet wird, den Wissenschaftler, der offensiv an Gott glaubt und damit den Spagat zwischen allen Formen der Weisheit darstellen soll, eine kleine Teenie-Romanze gepaart mit widerwärtiger Moralinsäure, die tapfere Ärztin "aus Leidenschaft" (Zitat aus der Sendung) und all den pseudopatriotischen Pathos, der einem ab der ersten Sekunde Sodbrennen verursacht.

Vermutlich ist geplant logische Zusammenhänge erst im Verlauf der Serie zu erklären, aber die Löcher in der Handlung sind so gigantisch, dass einem schon nach kürzester Zeit die Lust am Herausfinden vergeht. Warum nahezu Erwachsene sich schamhaft beim Knutschen unterbrechen lassen und der mutmaßlich intellektuelle Vater sich ebenso schamhaft abwendet ist weder heutzutage noch in naher Zukunft erklärbar. Warum die wichtigste Waffe ein schweres Teil sein soll, das gegen Gegner, die scheinbar nur aus der Nähe angreifbar sind, völlig nutzlos ist, bleibt rätselhaft.

Wenn man jedoch versucht die Motivationen der einzelnen Akteure auch nur ansatzweise zu begreifen wird man a) völlig verzweifeln und b) vom Drehbuch allein gelassen.

Ich mag mich gar nicht über jeden Mist auslassen, der mir aufgefallen ist, zumal ich nach etwa einer dreiviertel Stunde nur noch gehofft hatte, dass es endlich zuende geht.

Dies ist einer der miserabelsten Pilotfilme, die ich je gesehen habe. Ich kann nur jedem davon abraten diesen Müll anzuschauen damit die Chance besteht, dass die Serie baldmöglichst abgesetzt wird.

Filmkritik: The dark knight

Heute Abend habe ich im Kino "The dark Knight" gesehen und möchte meine Ansicht dazu zum Besten geben.

The dark knight ist der Nachfolger von Batman begins, einer neuen Serie von Batmanverfilmungen, die deutlich weniger comicartig sind und sich durch eine eher düstere Stimmung auszeichnen. Mit Christian Bale wurde für die Hauptrolle ein hochkarätiger Schauspieler verpflichtet, der der Figur des Batman/Bruce Wayne neues Leben einhaucht. Auch für die weiteren Haupt- und Nebenrollen wurde äußerst nahmhaftes Personal gefunden wie Michael Caine (Alfred), Morgan Freeman (Lucius Fox), Aaron Eckhart (Harvey Dent), Gary Oldman (Chief Gordon) und natürlich Heath Ledger in seiner vorletzten Rolle als Joker.

Um es kurz zu machen: Der Film ist sicher einer der besten, wenn nicht sogar der Beste den ich je gesehen habe. Schauspieler, Drehbuch, Musik und Regie sind schlicht phänomenal. Jeder Charakter, der bereits im Vorgänger vorhanden war wird deutlich weiterentwickelt, alle Figuren sind vielschichtig und niemals langweilig. Die Geschichte bleibt nie stehen sondern wird ständig vorangetrieben. Die Bilder sind eindrucksvoll und die Kameraeinstellungen durchdacht. Es gilt ja als Hollywoods schlechtest gehütetes Geheimnis, dass Heath Ledger posthum den Oscar für die beste Nebenrolle erhalten wird, wozu ich nur sagen kann, dass alles andere auch eine gewaltige Fehlentscheidung wäre. Seine Darstellung des Jokers ist der neue Maßstab, an dem sich jeder zukünftige Comicbösewicht messen muss. Ein finsterer Joker, der das Chaos ehrlich liebt und auf diese Art mehr Schrecken im Zuschauer erzeugt, als man es überhaupt für möglich halten sollte.

Dennoch gibt es auch humorvolle Momente, die nicht ausschließlich dem Lösen der Spannung dienen, sondern ebenfalls der Charakterentwicklung. So wird beispielsweise das Verhältnis zwischen Bruce Wayne und Alfred auf diese Art deutlicher beleuchtet in welchem sich das einzig verbliebene Familienleben des Helden findet - sein Hort der Ruhe.

Alles in allem kann ich den Film jedem nur wärmstens ans Herz legen und die DVD ist schon fest vorgemerkt.

Filmkritik: Der goldene Kompass

Am Wochenende hatte ich, Entspannung suchend, mein Internet beiseite gelegt und bin ins Kino gegegangen. Gezeigt wurde: "Der goldene Kompass", eine Verfilmung des gleichnamigen Fantasyromans von Philip Pullmann.

Um es in wenigen Worten vorwegzunehmen: Ich kann den Film nur wärmstens empfehlen und die Hauptdarstellerin ist sicher eine der vielversprechendsten Neuentdeckungen überhaupt.

Im Detail: Die Romanvorlage des britischen Professors begleitet die junge Lyra Belacqua auf ihrer reise durch eine Welt in der jeder Mensch von einem Schutzgeist in Tierform, einem Dämon, begleitet wird. Lyra wird als Waise von ihrem Onkel, dem Lord Asriel, an der Oxford-Universität aufgezogen. Als Onkel asriel eines Tages z einer gefährlichen Mission an den Polarkreis aufbricht folgt ihm Lyra und sowohl Leser als auch Filmzuschauer folgen ihr auf dieser Reise.

Nun ist das Buch als Jugendroman eingestuft, obwohl es in der Tat sehr häufig von Erwachsenen gelesen wird, was auch im Sinne des Autors ist, der selbiges nämlich als Roman für alle Altersklassen verstanden wissen will. Im Buch werden viele interessante Fragen aufgeworfen (teilweise von ausgesprochen philosophischer Natur), was der Reise von Lyra zusätzlichen Reiz verleiht. Das Denken wird in ihrer Welt vom mächtigen Magisterium bestimmt, in welchem Autor Pullmann die Verkörperung der katholischen Kirche sieht.

Der Film ist durchaus als Film für die ganze Familie geeignet und kann auch von jeder Altersgruppe auf unterschiedliche Weise genossen werden. Während einfachere Gemüter sich an der prächtigen Ausstattung und/oder den gut inszenierten Actionsequenzen erfreuen können andere sich an der intelligenten Story und dem sensationell guten Spiel von Dakota Blue Richards und Nicole Kidman erfreuen. Die 13 Jahre junge Hauptdarstellerin ist das absolute Kronjuwel des Films und den Eintrittspreis allein wert. Auch Kidman überzeugt als Bösewicht und gibt, meines Erachtens, eine der besten Vorstellungen ihrer Karriere.

Selbstverständlich ist ein moderner Fantasyfilm kaum ohne computergenerierte Charaktere denkbar, was hier in erster Linie die Tiere (Dämonen und Eisbären) betrifft. Dennoch sind diese so liebevoll umgesetzt worden, dass sie niemals künstlich wirken. Die Story wird flüssig erzählt und bringt eine Reihe sehr interessanter Wendungen mit sich. Viele Feinheiten sind eingearbeitet worden, die dennoch nicht dazu beitragen, dass man sich überfahren fühlt sondern das Interesse jederzeit wach halten.

Einziger Kritikpunkt wäre, dass der Film geren eine halbe oder ganze Stunde hätte länger sein dürfen, aber Gerüchte besagen, dass mit einem deutlich verlängerten Directors Cut für die DVD zu rechnen ist.

Daher: Hingehen und anschauen, wer den Film nicht mag ist vermutlich seltsam.