by Morgan
30. Oktober 2008 14:09
(Eine Glosse)
Eigentlich sind wir ein ganz normaler Vier-Personen-Haushalt.
Ich bin allerdings überzeugt, dass wir noch ein paar unsichtbare
Mitbewohner haben. Zwei dieser mehr oder weniger guten Geister haben
sogar Namen. Sie heißen Keiner und Niemand. Keiner lässt z.B. immer das
Licht brennen, wenn Niemand im Zimmer ist. Keiner hat auch die Wurst
offen liegen gelassen, so dass der Hund sie fand und fraß. Dafür tritt
sich Niemand die Füße ab, wenn es draußen regnet und das Dachfenster
schließt sowieso Keiner. Niemand hat auch den Emmentaler gegessen, den
ich dringend zum Überbacken brauche. "If fars nif", meint Melinda mit verdächtig vollen Backen. Ich glaube, sie verbündet sich mit Niemand... Auch haben wir einen riesigen Tausendfüßer bei uns in der Wohnung. Oder
wer sonst trägt wohl all die grauen Socken, die zu Dutzenden im
Wäschekorb sind, egal, wieviele gerade auf der Leine hängen oder schon
wieder in der Kommode sind. Eine nicht abreißen wollende Karawane
grauer Socken Gr. 46...
Außer dem kleinen sichtbaren Jungen namens Armin beherbergen wir auch
noch einen unsichtbaren, etwas größeren Jungen bei uns. Immer nachts
zieht er mit Vorliebe Melindas Hosen an. Am nächsten Waschtag finde ich
dann in deren Taschen alles, was kleine Jungs gemeinhin dort hinein
stopfen: Kaugummis, Steinchen, Murmeln, Münzen, Bonbons mit und ohne
Papier... Wenn ich Melinda drauf anspreche, war sie es nicht. Ob
Keiner...?
Ein anscheinend Schnupfen geplagtes Wesen hinterlässt überall in der
Wohnung Taschentücher. Es tut mir so leid, offensichtlich ist der
Schnupfen so stark, dass es immerzu und jederzeit niesen und die
gebrauchten Taschentücher dann in den hintersten Winkeln verstecken
muss. Vielleicht hat es eine Hausstauballergie? Mir wird die Arbeit jedenfalls langsam zu viel. ich schlage folgende Arbeitsteilung vor: Also, ab morgen räumt
Keiner auf und Niemand putzt!