Nachrichtenüberdruss

by Fenrir 22. August 2008 11:09

Es gibt Tage, da blättert man entspannt durch sein Internet und liest auf einer der üblichen Nachrichtenseiten (stern.de) fast nur Überschriften, die einem die Freude am Tag nehmen.

Es fängt an mit der üblichen Betroffenheitsmeldung, dass eine deutsche Famillie neben über hundert anderen Menschen in Spanien ums Leben gekommen ist, weil vermutlich auf Teufel komm raus gespart wurde. Nun weiß ich zwar nicht was diese Menschen so viel wichtiger macht als die vielen anderen Toten, oder warum dies interessanter ist, als die Versäumnisse der Fluglinie, aber seis drum.

Dann eine Umfrage wegen der Bildungspolitik. *Seufz* Was nützt es wenn man ohnehin mutmaßlich schwach gebildete Online-Leser (man weiß, dass vorrangig jüngere Menschen online-news lesen) dazu befragt, was falsch läuft in der Bildungspolitik? Die Antwort ist doch ganz einfach: Der dicke Oggersheimer hatte gemeint, dass Bildung kein Geld kosten darf und danach ging es steil bergab. Unsere derzeitige Regierung wird von seinem Mündel angeführt, da wird man wohl kaum mit einer Besserung rechnen dürfen - dazu müsste man ja Fehler zugeben... könnte man endlos fortsetzen.

Dass ein Kremlkritiker weiter im Knast bleibt ist da noch eine der harmloseren Nachrichten. Man weiß ja eh nicht, ob das der einzige Grund für seine Inhaftierung war.

Es mehren sich die Zweifler, dass die chinesischen Turnerinnen überhaupt das nötige Mindestalter von 16 Jahren haben. Nur weil die winzig sind, kaum 35 kilo wiegen und in älteren Dokumenten ein anderes Geburtsdatum stand als in den im Februar ausgestellten. Mal ganz ehrlich: Vom Urgedanken ausgehend ist die Olympiade doch ein Witz. Keiner glaubt mehr, dass Sport gesund ist. Man kann bei keinem Sieger mehr sicher sein, ob der Sieg durch Leistung oder Chemie erreicht worden ist. Wo ist denn da der Reiz? Die Sportler sind für tausend Interessen da, aber nicht mehr für das faire Kräftemessen, das ihr eigentliches Ziel sein sollte. Das ganze als Staatsauftrag zu betreiben um das Prestige zu erhöhen funktioniert somit zum Glück auch nicht mehr, aber das chinesische Regime ist ja bekanntlich nicht das schnellste wenn es um neue Entwicklungen geht. Eine zynische Form der Genugtuung.

Justizministerin Zypries, die mit Wolfgang Schäuble den fiesesten Datenkraken in ihren eigenen Reihen hat, die selbst allenfalls ein grenzwertiges Verständnis für demokratische Grundrechte hat, will den "Datendieben" an den Kragen. Tolle Idee Frau Zypries. Mein Vorschlag: Weniger Publicity-Gelaber - mehr Umsetzung, und da Sie es selber eh nicht wissen, fragen Sie doch endlich mal VORHER das Verfassungsgericht ob das was sie da vorhaben wenigstens halbwegs verfassungskonform ist. Schlimm genug, dass man Ihnen das sagen muss. Bei Ihrem Kollegen Schäuble ist vermutlich eh nix mehr zu retten.

Im gleichen Atemzug gelangen behördlich verschlampte Daten aus einem rheinlandpfälzischen Knast an die Öffentlichkeit, mich schockiert nur noch, dass sowas nur im Zuge anderer Schlampereien an die Öffentlichkeit kommt.

Die T-Com macht tatsächlich das was jeder vorhergesagt hat: Sie streicht Stellen und verschiebt Mitarbeiter in Billiglohn-Gesellschaften. Nur weiter so, den schwindenden Kundenzahlen begegnet man bestimmt am Besten durch miese Öffentlichkeitsarbeit und Senkung des Serviceniveaus.

Und dann natürlich Biosprit. Eine schwachsinnige Idee soll mit Subventionen, die ohnehin das Übel der modernen Wirtschaft sind, am Leben erhalten werden, NACHDEM die Fehler im Plan bereits für jeden erkenntlich zu Tage getreten sind. Intensive Landwirtschaft mit hohem Chemieeinsatz, miserable Kosten-Nutzenrechnung, keine echte CO2-Ersparnis und kürzere Lebenswerwartung der Motoren sind da nur die Spitze des Eisbergs. Steigende Lebensmittelpreise kommen auch bei denen nicht gut an, die ohnehin kein Interesse an ökologischem Verhalten haben. Der widerwärtige Populismus mit dem diese Pseudomaßnahme trotzdem beworben wird sprengt jede Dimension. Selbst wenn man es sich noch leisten kann: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich.....

Und trotzdem hoffe ich, dass morgen bessere Nachrichten kommen - schon seltsam.

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xkcd

by Hans_Spalt 20. Februar 2008 13:54

Huhu,

 

Hier ist ja jetzt auch schon eine kleine Weile nichts mehr reingeschrieben worden.

Ich möchte da jetzt auch nicht großartig den Klassenstreber spielen, sondern nur kurz auf eine wunderschöne Seite hinweisen.

Hinweis: www.xkcd.com

Dort sind immer wieder mal ganz schöne Strichmännchencomics zu finden. Üblicherweise drei Neue pro Woche und manche, so wie der Heutige, sind einfach richtig gut.

 

Link zur Seite:
 




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Ich meine, also bin ich

by Fenrir 12. Dezember 2007 17:58

Beim Blättern im Internet stößt man heute fast zwangsläufig auf die hektisch und verbissen geführte Debatte zwischen etablierten Printmedien und dem sogenannten Web 2.0 oder Mitmachweb.

Auslöser war dieser Artikel von Bernd Graff einem Redakteur der Süddeutschen Zeitung, sowie einem darauf aufsetzenden Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfasst von Jürgen Kaube.

Ich als frisch gebackener Blogger, der keine Zeitung abonniert hat, komme in dieser Auseinandersetzung aber nicht umhin
a) meinen Senf auch dazuzugeben und
b) mich auf die Seite der Zeitungsprofis zu stellen.

Auch wenn insbesondere der SZ-Artikel durchaus stellenweise polemisch erscheint, so muss doch klar gesagt werden, dass er Qualitätsmerkmale aufweist, die üblichen Diskussionsforen praktisch vollständig abgehen. Es handelt sich um einen nicht anonym verfassten Text in allerbestem Deutsch, klar strukturiert mit Quellenangaben und ordentlicher Abwägung unterschiedlicher Gesichtspunkte. Zugegebenermaßen wird natürlich die Seite der Massenmedien in positiverem Licht dargestellt, aber zumindest werden für diesen Standpunkt nachvollziehbare Argumente angeführt.

Die Kommentare zum Onlineartikel spiegeln im Gegenzug in selbstenthüllender Weise wider wie begründet und angebracht Graffs Kritik tatsächlich ist. Von dummdreisten Kommentaren und primitiven Beschimpfungen bis zu pseudoseriösen Verrissen ist dort alles zu finden (und wird keineswegs zensiert wie stellenweise behauptet). Aber auch die zustimmenden Kommentare sind vorhanden, werden aber , wie man es leider nur allzu gut kennt, totgeschrieen.

Ja man kann im Internet viele interessante Informationen finden, aber leider auch jede Menge an Fehlinformationen. Und leider wird den Schreihälsen, Trollen und Denunzianten viel zu viel Beachtung geschenkt. Die (zumindest scheinbare) Anonymität des Webs veranlasst viele sich aufzuspielen oder interessanter zu machen als angebracht - sprich: zu lügen. Die Möglichkeiten zum Dampfablassen werden weidlich genutzt und machen damit eventuell in der Nähe stehende Nutzinformationen wertlos.

Jeder kennt das Problem, dass beim gezielten Recherchieren nach Problemlösungen für jeden guten Tipp mindestens zwei nutzlose zu finden sind. Und schlimmer noch: Menschen, die tatsächlich Expertenkenntnisse besitzen werden nicht selten von Dummköpfen und Besserwissern überblökt, was Fachleuten die Weitergabe ihrer Informationen verleidet und damit wiederum zur Entwertung der entsprechenden Diskussionsrunden beiträgt.

Selbstverständlich sind auch die Zeitungen keine Unschuldslämmer: Mit ihrer teilweise unglaublich miserablen Beteiligung am Meinungsbildungsprozess, durch manchmal offensichtlich falsche Darstellung angeblicher Tatsachen (z.B. Thema: Computerspiele) oder ihrer einseitigen Darstellung der politischen Landschaft, haben sie erst den Drang zu alternativen Veröffentlichungen befeuert.

Dennoch sehe ich den Sinn der sogenannten Blogosphäre keineswegs darin die herkömmlichen Medien zu ersetzen. Aber als Kontrollgremium für falsche Berichterstattung (dann aber bitte mit entsprechenden Beweisen) oder Plattform zur Äußerung mutmaßlich nicht ausreichend repräsentierter Meinungen kann auch das Web 2.0 auf Dauer einen Platz in dieser seltsamen Welt finden. 

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Lesetipp: Zu kurz gedacht

by Fenrir 10. Dezember 2007 16:19

Wer mal schnell hierhin blättert findet einen sehr gut geschrieben Artikel von Peter Monnerjahn, einem Redakteur der Zeitschrift TELEPOLIS.

Er kritisiert das Versagen der deutschen Medien bei der Gegenwehr gegen die Aushöhlung unserer Grundrechte durch Innenminister Schäuble.

Spiegelt seltsamerweise exakt meine eigene Ansicht zu dem Thema wieder. 

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Ab in den Flieger

by Fenrir 10. Dezember 2007 14:27

Heute stieß ich beim Blättern im Internet erneut auf diese Meldung, die ich schon einmal gelesen, aber wieder vergessen hatte. In diesem Bericht geht es darum, dass ein Vertreter der US-Regierung bei einer Anhörung vor einem britischen Berufungsgericht das Recht der Vereinigten Staaten auf die Entführung ausländischer Staatsbürger auch außerhalb der USA betont hat, um diese dortselbst vor Gericht stellen zu können.

Hierbei berief er sich auf ein Gesetz, das seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts in Kraft sei. Nun werden sich die meisten kaum an diese Zeit erinnern können, daher nochmal kurz zur Erinnernung: Zu der Zeit war man in den Staaten grade eifrig dabei Cowboy und Indianer zu spielen, wobei erstere an letzteren gezielt Völkermord begingen. Sprich: Zivilisation in all ihrer Pracht wurde zur Schau gestellt.

Da ist es natürlich naheliegend, dass in Zeiten der Globalisierung das Spiel auf die ganze Welt ausgedehnt wird und man mit rauchenden Colts in befreundete Staaten einfällt um dort Steuerflüchtlinge oder Urheberrechtsverletzer zu jagen. Um das ganz klar zu stellen: Es handelt sich hier keineswegs nur um eine theorethische Option. Unter dem Schutz (Vorwand) dieses Gesetzes wurde bereits mehrfach gehandelt und zwar auch in Staaten mit denen die USA gültige Auslieferungsabkommen haben.

Und um auch dies zu erwähnen: Das Gesetz ist vielen Amerikanern selbst peinlich und sollte nach deren Ansicht abgeschafft werden. Dennoch scheint der aktuellen US-Regierung kein Grund nichtig genug zu sein um auch (im Falle Großbritanniens besonders enge) Verbündete vor den Kopf zu stoßen und den Ruf des eigenen Landes weiter zu schädigen. Ist doch ironisch, dass ein knallharter Oligarch wie Putin im Vergleich zu Bush mittlerweile wie ein lupenreiner Demokrat wirkt.

Ein anderer Punkt ist aber der: Wenn nun ein Mensch befürchten muss unter Anwendung dieses Gesetzes gekidnapped zu werden. Und wenn dieser Mensch weiterhin weiß, dass in den USA prinzipiell die Todesstrafe nicht abgeschafft ist (unabhängig davon ob diese bei ihm überhaupt zum Tragen käme), was würde mit dieser Person oder den eventuell engagierten Personenschützern passieren wenn sie bei einem Entführungsversuch die mutmaßlichen Entführer töten? Die Entführer würden sich zwangsläufig des Menschenraubes strafbar machen (im betreffenden Land hätten sie ja keine Autorität), was ein Kapitalverbrechen ist. Damit käme in jedem Fall Notwehr als Argument in Betracht.

Um den Gedanken aber noch weiter zu spinnen: In der Annahme, dass die mutmaßlichen Entführer keine rückverfolgbaren Erkennungszeichen mit sich tragen würden, wie kann dann bewiesen werden, dass der tote Amerikaner (bzw. die toten Amerikaner) neben dem Geschäftsmann diesen wirklich entführen wollte(n)?

Man kann also durchaus sagen: So soll eine Rechtsauffassung sein - Unsicherheit schaffen und Menschenrechte misachten, sowie Verbündete brüskieren. Da sag doch noch einer die Welt wäre gar nicht so seltsam.

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Wann kommt die Flut?

by Fenrir 30. November 2007 14:15

Was musste ich da heute wieder beim Blättern in meinem Internet lesen: Das Klima ändert sich, die Erde erwärmt sich und das könnte Probleme mit sich bringen! Vor lauter Schreck hätte ich beinahe meinen Kaffee verschüttet.

Ja wer hätte das gedacht, kaum treibt man mal hundert Jahre lang Schindluder mit seinem Planeten, schon reagiert der mürrisch und macht einem das Leben schwer. Wer hätte denn auch ahnen können, dass das eigene Handeln Folgen hat?

Dabei schien doch alles zunächst so gemütlich: Wir rasen auf einem Eisenklumpen rund um einen riesigen Fusionsreaktor durchs Vakuum während uns eine dünne Haut aus Gas vor den Gefahren des Universums schützt. Da wird man doch mal ein klein bischen Party machen dürfen und mal rumprobieren ob sich irgendwas tut wenn man die Zusammensetzung von besagtem Gas etwas manipuliert.

Da wird man doch wohl erwarten können, dass die Erde nicht gleich bockig wird und keine Lust mehr hat mit einem zu spielen. Jetzt hat sie anscheinend vor, ein paar tiefliegende Küstenregionen zu fluten, nur weil ihr grad 'n bischen warm ist. Das ist doch wohl keine Einstellung. Da muss man sich doch mal zusammensetzen und miteinander reden. So machen wir Zivilisierten das doch auch immer: Wir setzen uns hin und reden - solange bis das Problem wegdiskutiert ist. Einfach hingehen und was machen, Tatsachen schaffen, das gilt als schlechter Stil. Ist auch fies einfach die anderen unter Zugzwang zu setzen indem man zeigt, dass es gehen könnte.

Ja Planet, wir habens gehört, du bist der große Macher - aber wie ich ohne Sprit morgens auf die Arbeit kommen soll sagst du mir auch nicht. Immer nur am meckern. Kann ja wohl keiner verlangen, dass ich mein Verhalten ändere oder sogar Einbußen hinnehme. Es kann doch nicht ernsthaft von mir erwartet werden, dass ich mir auch noch Gedanken um den Planeten machen muss. Soll der doch selber machen. Der ist doch alt genug. Und groß genug isser auch. Ich muss doch auch selber sehen wo ich bleibe.

Wo kämen wir denn hin wenn plötzlich jeder das Wohl der Erde bei seinen Entscheidungen im Hinterkopf hätte?

...

Mann, das wüsste ich wirklich gerne. Vielleicht wäre die Welt dann weniger seltsam.

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Ist witzig wirklich wichtig?

by Fenrir 26. November 2007 15:36

Als ich heute Entspannung suchend durch mein Internet blätterte, blieb mein Blick auf einem Artikel stehen, in dem ein durchaus bekannter Redakteur des "Spiegel" eine seiner häufigen Glossen verfasst hat. In dieser ging es um den Comedian Mario Barth.

Nun ist es sicher kein Verbrechen diesen nicht zu mögen - über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Damit ergibt sich aber auch genau der zentrale Denkfehler des Artikels, der nämlich genau dies versucht. Ich vermute mal, dass jeder, der sich auch nur ein bischen für diese Form der Unterhaltung erwärmen kann, in der schnell wachsenden Gemeinde der deutschen Comedians jene findet die er liebt bzw. hasst. Es ist wohl auch unstrittig, dass Herr Barth sich nicht unbedingt um ein besonderes intellektuelles Niveau bemüht, fraglich ist allerdings ob man aus diesem Umstand kombiniert mit Barths wirtschaftlichem Erfolg den heraufziehenden Untergang des Abendlandes ableiten kann.

Laurel und Hardy haben zweifellos auch nicht ansatzweise die feinen Nuancen eines Charlie Chaplin beherrscht (dem das letztlich das Exil einbrachte), dennoch folgte auch ihren gut besuchten Filmvorführungen üblicherweise nicht die Apokalypse. Eine interessante Beobachtung, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe ist die, dass Humor eigentlich immer verloren geht wenn er allzu genau betrachtet wird. Das scheint so etwas wie die Heisenberg'sche Unschärferelation des Intellekts zu sein (in der Physik heißt das vereinfacht, dass die Beobachtung selbst das Ergebnis verfälscht, weil das beobachtete System beeinflusst wird). Auch ein Volker Pispers baut einen Teil seines Programms auf dem gesammelten Vortragen von Statistiken auf. Das (durchaus beträchtliche) Amüsement der Zuschauer resultiert aber aus der Art des Vortrags womit ein Bezug zu (hoffentlich) bekanntem hergestellt wird.

Es ist Teil des Humors, dass er sich auf jedem Niveau praktizieren lässt. Ich selbst halte es für wichtig, dass man sich selbst eine ironische Distanz zu Dingen verschaffen kann, ganz gleich ob sie ernster Natur oder völlig belanglos sind. Die Fähigkait etwas aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten hält den Geist in jedem Fall aktiv, da spielt das Beobachtete selber eigentlich gar keine Rolle. Wichtig ist allenfalls (für den Zuschauer), dass man den Witz versteht. Dieser Humor scheint dem oben genannten Autor aber leider abhanden gekommen zu sein.

In seinem Text versucht besagter Redakteur sich an allerbilligsten Wortspielen und Kalauern (nicht, dass ich schlechten Scherzen abgeneigt wäre - ganz im Gegenteil) allerdings ohne erkennbar zu machen, dass es sich eventuell nur um ein Stilmittel handeln soll. Wenn man schon versucht jemanden (der vermutlich ohnehin ein dickes Fell hat) zur Minna zu machen, dann sollte man vielleicht (als gut bezahlter Profi) vermeiden dies ausgerechnet "auf die witzige Art" zu machen, wenn man selbst völlig witzlos ist.

Und während ich dem Gedanken nachhänge warum gute oder schlechte Comedyshows so furchtbar wichtig sein sollen, erscheint mir die Welt doch sehr seltsam.

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Wie soll spam funktionieren?

by Fenrir 20. November 2007 17:23

Als ich heute morgen mein Internet aufschlug, fiel mir als erstes mal wieder die Werbung entgegen.

Spam-mails - eine der Plagen des www.

Insbesondere nervt mich seit geraumer Zeit dieser performaxx-Anlegerbrief. Das ganze kommt zunächst mal seriös daher mit ordentlich geschriebener und sauber formatierter html-mail. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich mich nie auf irgendeine Liste hab setzen lassen (opt-in), wo ich darum bat mit nervtötendem Mist vollgepumpt zu werden. Um den seriösen Anschein zu wahren gibt es in der mail natürlich auch einen Abmeldelink (opt-out), der aber selbstverständlich nicht funktioniert. Ein kurzes googlen später ist klar, dass ich mit dieser Belästigung nicht alleine dastehe. Als zahlender Kunde das T-Online Spamschutz plus melde ich selbstverständlich pflichtschuldigst seit einem halben Jahr die mails an die "Spam-Polizei" (das heißt wirklich so bei T-Online) in der (offensichtlich vergeblichen) Hoffnung, dass sie irgendwann mal automatisch gekillt werden. Da kommt doch immer wieder Freude auf wenn etwas so dufte funktioniert.

Was mich letztlich dennoch irritiert ist, dass spam nicht einfach ausstirbt. Man sollte doch meinen, dass ein Mensch, der soviel Intelligenz besitzt, dass er nen PC anschaffen, anschalten und ein Email-Konto einrichten kann auch in der Lage ist ein offensichtlich unseriöses Angebot zu erkennen und folgerichtig zu ignorieren. Wenn das aber so wäre, wäre den Spammern wohl längst die Lust an ihrer Betätigung vergangen. Dies wiederum lässt wohl nur den Schluss zu, dass irgendwelche Schlaumeier tatsächlich auf diese Art der Werbung in der gewünschten Weise reagieren und somit zum Fortbestand des Systems beitragen.

In der Annahme, dass sie dabei über den Tisch gezogen werden darf ich sie meines mangelnden Mitgefühls versichern.

Ich hege die Hoffnung, dass es im Jenseits eine spezielle Hölle für Spam-Ernstnehmer und Klingeltonabonnenten gibt. Dort werden dann Kunden wie auch Anbieter Tag und Nacht von lallenden Elchen mit Viagra-Werbung zugedröhnt, gelegentlich unterbrochen durch des kleinen Nils dubiose Aktienempfehlungen. Und während vor meinem geistigen Auge die gequälten Seelen unter der Potenzmittelwerbung zu einem billigen Timbaland-Beat leiden komme ich nicht umhin zu sinnieren wie seltsam die Welt doch ist.

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