Schöpfungstheorie 26 - Paradiesapfel

by Morgan 5. November 2008 08:26

Als Gott das Paradies erschaffen hatte, bevölkerte er es mit Wesen aller Art. Sein schönstes Werk, sozusagen die Krone der Schöpfung aber war ein Menschenpaar, Adam und Eva. Diese beiden waren nach Gottes Ebenbild geschaffen und trugen das Göttliche in sich. Und was immer sie berührten, war inspiriert und beseelt. Weil das Menschenpaar so perfekt war, schenkte Gott ihnen das Paradies ohne jede Bedingung.

 Eines Tages entdeckte Eva an einem Baum eine schöne rote Frucht. Sie pflückte sie und kostete ganz vorsichtig an einer Seite. Die Frucht war köstlich. Sie trug sie zu ihrem Gefährten und ließ ihn ebenfalls abbeißen - von der anderen Seite. Der Genuss der Frucht hatte eine ungewöhnliche Wirkung: Adam und Eva schauten sich tief in die Augen und erkannten im anderen jeweils das eigene Selbst. Und sie fühlten sich buchstäblich so voneinander angezogen, dass sie in einer immerwährenden Umarmung miteinander verschmolzen.

Der Paradiesapfel entglitt ihren Händen und rollte über die Grenzen des Paradieses hinaus in die Unendlichkeit des Universums. Nicht mehr direkt mit dem Göttlichen verbunden, war der Apfel nun der Zersetzung und dem Verfall preisgegeben. Weil aber Adams und Evas Lippen den Apfel berührt hatten, verdarb er nicht vollständig, sondern entwickelte einen äußerst lebendigen Schimmelüberzug, der die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annahm und nach einiger Zeit von sich aus immer neue Lebensformen hervorbrachte. Einige dieser Lebensformen entwickelten ein höheres Bewusstsein und erinnerten sich kollektiv und vage an ihren Ursprung, den sie in zahlreichen Varianten kolportierten.

Dies erklärt

- warum die Erde vom Weltall betrachtet weiß, blau und grün erscheint: Dies ist der Schimmelüberzug des Lebens

- warum die Erde an den Polen abgeflacht ist: Hier bissen Adam und Eva ab

- warum es so viele unterschiedliche Schöpfungstheorien gibt

- warum der Mensch sich als etwas Besonderes ansieht

- warum der Mensch so gern knutscht

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Tägliche Schöpfungslehre

Socken für den Tausendfüßler

by Morgan 30. Oktober 2008 14:09
(Eine Glosse)

Eigentlich sind wir ein ganz normaler Vier-Personen-Haushalt. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir noch ein paar unsichtbare Mitbewohner haben. Zwei dieser mehr oder weniger guten Geister haben sogar Namen. Sie heißen Keiner und Niemand. Keiner lässt z.B. immer das Licht brennen, wenn Niemand im Zimmer ist. Keiner hat auch die Wurst offen liegen gelassen, so dass der Hund sie fand und fraß. Dafür tritt sich Niemand die Füße ab, wenn es draußen regnet und das Dachfenster schließt sowieso Keiner. Niemand hat auch den Emmentaler gegessen, den ich dringend zum Überbacken brauche. "If fars nif", meint Melinda mit verdächtig vollen Backen. Ich glaube, sie verbündet sich mit Niemand...  Auch haben wir einen riesigen Tausendfüßer bei uns in der Wohnung. Oder wer sonst trägt wohl all die grauen Socken, die zu Dutzenden im Wäschekorb sind, egal, wieviele gerade auf der Leine hängen oder schon wieder in der Kommode sind. Eine nicht abreißen wollende Karawane grauer Socken Gr. 46...

Außer dem kleinen sichtbaren Jungen namens Armin beherbergen wir auch noch einen unsichtbaren, etwas größeren Jungen bei uns. Immer nachts zieht er mit Vorliebe Melindas Hosen an. Am nächsten Waschtag finde ich dann in deren Taschen alles, was kleine Jungs gemeinhin dort hinein stopfen: Kaugummis, Steinchen, Murmeln, Münzen, Bonbons mit und ohne Papier... Wenn ich Melinda drauf anspreche, war sie es nicht. Ob Keiner...?

Ein anscheinend Schnupfen geplagtes Wesen hinterlässt überall in der Wohnung Taschentücher. Es tut mir so leid, offensichtlich ist der Schnupfen so stark, dass es immerzu und jederzeit niesen und die gebrauchten Taschentücher dann in den hintersten Winkeln verstecken muss. Vielleicht hat es eine Hausstauballergie? Mir wird die Arbeit jedenfalls langsam zu viel. ich schlage folgende Arbeitsteilung vor: Also, ab morgen räumt Keiner auf und Niemand putzt!

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Morgans Auf-, Ab- und Anreger

Nichts anzuziehen!!!

by Morgan 30. Oktober 2008 13:54

(eine Glosse)

 

 Zweimal im Jahr, genauer gesagt, in jedem Herbst und Frühling, stehe ich vor meinem Kleiderschrank und stelle fest, dass ich mal wieder einen ganzen Schrank voll nichts anzuziehen habe. Also beginne ich eine Expedition, vor der mir fast ebenso graut wie vor dem Zahnarztbesuch: Ich muss in die Stadt, Klamotten kaufen. Nachdem ich einen Survival-Koffer für Baby Armin und einen für Töchterchen Melinda gepackt und dem Kind eingeschärft habe, dass es diesmal nichts außer der Reihe gibt, besonders keinen Besuch bei einer dieser Burger-Bratereien, steuert unsere Karawane frohgemut die nächst gelegene Filiale eines dänischen Textilkaufhauses an.
Schon am Eingang lachen mich olivgrüne Stufenröcke im Vintage-Look an, mit 19,90 sogar ausgesprochen preiswert. Es gibt jede Menge in Gr. 34 und 36, einen in 38, jede Menge in Gr. 44/46, keinen einzigen in Gr. 40 oder 42. Nun ja.
Vielleicht eine von diesen orangeroten Corsagen? Es gibt sie in Gr. 34 und 36, einmal in 38, und massig in 46. Keine in 40 oder 42. Das gleiche Spiel mit den khakifarbenen Dreiviertel-Hosen. Ich beginne zu überlegen, ob Armin wohl noch lange durchhält und ob ich mich zweckmäßiger Weise lieber auf Gr. 36 runterhungern oder auf Gr. 46 hochfuttern sollte

.
Ein paar Teile in passender Größe und realistischem Preis entführe ich schließlich doch in die Umkleide, wo mich mein persönliches Waterloo erwartet. Grell fällt das fahlgrüne Neonlicht direkt von oben und wirft tiefe Schatten unter Augen und Jochbeine. Dafür beleuchtet es gnadenlos plastisch gröbere Poren, Cellulite-Dellen und nicht ganz perfekt rasierte Waden. Die beiden über Eck gestellten Spiegel vervielfältigen meinen Hintern ins Unendliche; einen Moment lang habe ich die Vision, meine Kabine mit einer Horde bleicher Flusspferde zu teilen, alle in Baumwollschlüpfern.
Das erste Teil ist ein Cargorock in 42 (40 gabs nicht), der aus unerfindlichen Gründen zu groß ausfällt und um mich schlottert wie ein Sack. Die Blasbalgtaschen tragen unschön auf, der Saum endet genau an der dicksten Stelle der Waden und verleiht mir die Anmut einer Kolchosbäuerin. Melinda, in ein perfekt passendes Ensemble in beige-bleu gewandet, blickt zur Kabine herein und verdreht die Augen.
Also lieber das Lingerie-Top in Türkis und die Caprijeans. Das Top passt, nur die Hose geht nicht ganz zu. Vielleicht, wenn ich das Top etwas weiter runter... In Gelb-orange gewandet, streckt Melinda ihren Kopf durch die Tür und meint:"Du wolltest doch keine Unterwäsche kaufen. Und der Knopf geht nicht zu." Danke mein Kind!
Aus dem Kinderwagen dringen verdächtige Gieks- und Gakel-Geräusche. Noch schnell dieses Kleid hier mit Neckholder-Oberteil, in schlank machender A-Linie und leuchtend orangenem Madraskaro.
Entweder habe ich mich verheddert oder sonst was: Der Neckholder ist entschieden zu kurz und zwingt mich in eine seltsame Schiefhaltung, mein Busen sprengt alle Dimensionen und dass A-Linie schlank macht, kann ich nun gar nicht finden. Zu allem Überfluss bekundet Armin lauthals, dass seine Geduld nun zu Ende ist und damit der Einkaufsbummel auch. Kleiner Macho! Ich spüre, wie mir die Milch einschießt.
"Dein Sohn weint," bemerkt Melinda, ganz in oliv-pink gehüllt und Barbies kleiner Schwester sehr ähnlich, "und das Kleid sieht aus wie eine Küchenschürze."
Hektisch bemühe ich mich aus dem Kleid heraus zu kommen, um zu meinem brüllenden Sohn zu gelangen. Ich zerre und reiße, irgendwann macht es ratsch und ich bin frei. Völlig derangiert, nass geschwitzt und mit hochrotem Gesicht hänge ich die Sachen zurück. Hoffentlich sieht niemand die Milchflecke auf dem Kleid...


Ich kaufe also das Barbie-Outfit, erstehe für Armin einen entzückenden Matrosenanzug und lasse mich zum Besuch einer Burger-Braterei breitschlagen, wo ich die ersten 600 Kalorien auf dem Weg zu meiner neuen Kleidergröße vertilge. Bevor wir heim fahren, nehme ich noch drei Zeitschriften mit; voller Mode, die ich nie tragen, präsentiert an Frauen, deren Figur ich nie haben werde. Viele Illusionen und knapp achtzig Euro ärmer lasse ich mich abends aufs Sofa fallen und schlage die Zeitschrift auf. Das Model trägt MEIN Neckholder-Kleid! Es sieht entzückend aus, gar nicht nach Küchenschürze. - Jedenfalls, wenn man keinen Stillbusen, aber dafür rasierte Waden hat...
 

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Neues aus der Eso-Werkstatt - Part III

by Morgan 29. Oktober 2008 13:52

Liebes Tagebuch,

 so langsam erhole ich mich. Die Eisenhutvergiftung klingt allmählich ab und auch des Meisters Stiefelspitze ist schon fast wieder herausgeeitert. Deshalb meinte der Meister wohl auch, ich sei wieder bereit, meinen Pfad der Erleuchtung weiter zu beschreiten - in aller Demut natürlich. Er rief mich also zu sich, erklärte knapp, einige Vehikel aus dem firmeneigenen Fuhrpark hätten durch die in letzter Zeit gehäuft stattfindenden Astralreisen Schlacken angesammelt und gebot mir eine gründliche spirituelle Reinigung derselben. Diese Aufgabe war natürlich eine große Ehre für einen Unwürdigen wie mich und das sagte ich dem Meister auch. Genau gesagt gab ich ihm zu verstehen, dass ich befürchtete, mein Karma könne Schaden nehmen, wenn ich die Autos wasche...

Da kam ich beim Meister aber schön an!

"Schlecht fürs Karma?!" brüllte er, "wenn du nicht gleich dein Sakralchakra in Bewegung setzt und  gehorchst, dann geb ich dir fürs Karma, dass die Aura flackert!"

Ich zog es vor, mich demütig zu verneigen, bevor ich großzügig Salböl auf die Fahrzeuge verteilen ging.

P.S.: Neulich las ich eine Anzeige über Car-Sharing. Muss das nicht Carma-Sharing heißen?

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Neues aus der Eso-Werkstatt - Part II

by Morgan 28. Oktober 2008 09:30

Liebes Tagebuch,

heute gehts mir gar nicht gut. In der Tat, mir ist ein bisschen flau und obwohl ich weiß, dass ich auch diese Erfahrung demütig annehmen sollte, fällt es doch etwas schwerer als sonst, meine Lektion zu lernen. Ich lasse sie mir schon den ganzen Tag durch den Kopf gehen...

Dabei hat dieser Tag so schön begonnen. Es war herrliches Wetter und der Meister in seiner grenzenlosen Güte erlaubte uns, in Göttins freier Natur Heilpflanzen aufzusuchen um uns mit diesen vertraut zu machen. Er instruierte uns nur wenig, sondern trug uns auf, uns demütig den Pflanzen zu nähern, damit wir hören könnten was die Pflanzen-Devas uns zu sagen hätten.

In meinem Unglauben hielt ich es für eher abwegig, dass eine Gierschpflanze oder ähnliches zu mir sprechen würde, näherte mich aber demütig einer schönen Pflanze mit blauen Glockenblüten. Wie erstaunt und ehrfürchtig war ich, als ich die Stimme des Pflanzendeva vernahm:

"Ja, versuchs nur! Keine Angst! Du wirst sehen, es ist eine wunderbare Erfahrung! Nur zu! Stecks dir in den Mund! Ja!"

Bis ich merkte, dass ich nicht die Stimme der Pflanze hörte, sondern nur unseren Gesellen, der im Gebüsch nebenan mit der Thai-Praktikantin eine Runde Kundalini-Yoga schob, hatte ich schon ziemlich viel Eisenhut intus...

Jetzt muss ich leider aufhören. Der Notarzt meinte, ich soll das Laptop zuklappen. Vermutlich brauchen sie Platz für den Defibrillator.

P.S.: Was ist eigentlich Herzkarmaflimmern?

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Vermischtes

Schöpfungsgeschichte 22 - Kuchen

by Morgan 25. Oktober 2008 09:00

Das bekannte Universum ist ein gigantischer Kuchen, der sich gerade im Zustand des Gebackenwerdens befindet. Wir kennen weder den Bäcker noch das genaue Rezept. Dies macht es uns unmöglich, trotz annähernd exakter Kenntnisse über Zutaten und physikalische Vorgänge im Ofen Aussagen zu treffen über das zu erwartende Ergebnis. Ebenso können wir mangels Rezept aus den bekannten Zutaten nichts erschaffen, was einem vergleichbaren Kuchen auch nur annähernd gleichkommt.

Diese Theorie erklärt zum einen unsere angeborene Vorliebe für Süßes, aber auch, warum manche Leute anscheinend nie etwas gebacken kriegen.

Zum anderen kann hieraus abgeleitet werden, warum das Universum zu Anbeginn der Zeit anders aussah als es dies jetzt tut und dass es zwangsläufig künftig anders aussehen wird als derzeit - auch ein Kuchen sieht im Rohzustand anders aus als im Zustand des Gebackenwerdens oder als fertiges Produkt.

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Schöpfungsgeschichte 16 - Biomüll

by Morgan 18. Oktober 2008 09:10

Das Universum entstand aus den Resten eines vergessenen Schulbrots, das ein Kind Gottes nicht mochte und deshalb unter der Schulbank liegen ließ. Das Brot und der Käse begannen zu gären und zu schimmeln und daraus entstand das erste Leben. Als die Muttergottes das gammelige Brot entdeckte, kippte sie den Inhalt der Brotdose einfach aus dem Fenster. Aus den Krümeln und Bröckchen entstanden die Planeten und Sonnen und der Schimmelüberzug dehnte sich zumindest auf einigen Bröckchen aus und nahm vielgestaltige Formen an.

Dies erklärt zumindest, warum Kinder immer wieder ihr Schulbrot vergammeln lassen - sie spielen unbewusst die Schöpfung nach. Und es erklärt auch, wieso ein Schimmelkäse manchmal mehr Kultur hat als der, der ihn isst...

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Tägliche Schöpfungslehre

Schöpfungstheorie 14 - Konzentrationssache

by Morgan 16. Oktober 2008 07:35

Die Welt und alles darin existiert lediglich, weil es Wesen gibt, die glauben, dass es die Welt und alles was darin ist gibt. Was nicht erdacht und geglaubt wird, existiert auch nicht.

Erste Hinweise auf diese Schöpfungstheorie erhielt ich vor einiger Zeit durch meine damals  favorisierte Form der Schlafstörung, einem bis nach Mitternacht ausgedehnten Chat mit fenrir. Als ich nämlich erwähnte, gleich off gehen zu müssen, da ich anderntags bereits um 6h30 aufstehen müsse, zweifelte fenrir entschieden an, dass es um diese Uhrzeit überhaupt schon eine Welt gebe, in die hinein man aufstehen könne! Ich hielt dies für die unbedachte Äußerung eines Landmenschen - wenn man zwischen Hügeln aufwächst, wird man vermutlich so. Immerhin hatte ich in der Großstadt nie Grund gehabt, die Existenz der Welt auch zwischen Mitternacht und Morgen anzuzweifeln! Inzwischen wohne ich selbst zwischen den Hügeln und hatte mehrfach Gelegenheit, die morgendliche Entstehung der Welt mitzuerleben. Wenn ich nämlich nach meiner derzeit favorisierten Form der Schlafstörung, einem bis nach Mitternacht ausgedehnten - äh, nein, nicht Chat... - mal aus dem Fenster sehe, sehe ich - NICHTS! Dichter Nebel - oder was immer diese blickdichte, grauweiße Masse sein mag - beginnt direkt vor meinem Fenster und verschluckt Geräusche, Licht, Objekte... Vermutlich ist unter dem Nebel tatsächlich NICHTS! Erst gegen Morgen zieht sich der Nebel langsam zurück und gibt Stück für Stück den Blick frei auf eine neue, noch nicht ganz trockene Welt. Lediglich hölzerne Stege führen von abgelegenen Bauernhöfen zu den Kuhställen, verschlafene Gestalten tragend. Hin und wieder durchschneiden die Scheinwerferlichter einsamer Autos die neblige Ursuppe, aus dem NICHTS kommend, im NICHTS verschwindend... Es scheint demnach tatsächlich so zu sein, dass die Welt in dem Maße ersteht, in dem Menschen (oder überhaupt Wesen) wach genug sind, sich diese Welt zu erdenken. Und ich habe nach intensiver Recherche, angestrengtem Überlegen und dem Konsum von insgesamt ca. drei Flaschen Met im Dienste der Wissenschaft  mittlerweile Beweise für diese Theorie gefunden, die ich einer ernsthaften Diskussion auf gewohnt hohem Niveau zur Verfügung stelle:

1.  Engel, Drachen etc. sieht nur der, der an sie glaubt - für alle anderen sind diese Wesen nicht existent.

2. Nachts gibt es den meisten Nebel und die wenigste Welt, weil die meisten Menschen schlafen und nicht bewusst sind.

3. In der Großstadt gibts nachts mehr Welt als zwischen den Hügeln, weil dort mehr Menschen wach sind.

4. Es sterben mehr Menschen in der Nacht, weil keiner da ist, der an sie denkt. Und wenn sie dann zu tief schlafen, passierts...

5. Die meisten Autounfälle passieren nachts im Nebel - ein Mal nicht auf die Straße konzentriert: wupps, ist die Straße weg!

In diesem Zusammenhang möchte ich übrigens meinem wissenschaftlichen Assistenten fenrir meinen Dank aussprechen fürs unermütliche Herbeischaffen von Met.

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Tägliche Schöpfungslehre

Über Träume

by Morgan 14. September 2008 08:37

Viele glauben, es gäbe nichts Schmerzhafteres, als das Sterben eines Traumes erleben zu müssen.

Träume aber verhalten sich nicht wie Seifenblasen, die platzen, sobald sie den Boden berühren. Vielmehr sind sie wie Sterne, immer da, die sich in Seen spiegeln, in Wasserpfützen oder Fensterscheiben.

Die Spiegel unserer Träume sind die Menschen, mit denen wir zu tun haben, unsere Beziehungen und Erlebnisse. Wir neigen dazu, unser Augenmerk nur auf die Spiegel zu richten und das, was wir darin sehen, halten wir für real. Ein Spiegel aber kann blind werden, er kann zerbrechen oder einfach nicht mehr da sein. Dann sieht es so aus, als seien auch unsere Träume zerstört und verschwunden. Aber sie sind da. Gleich den Sternen am nächtlichen Himmel einer Großstadt, die unser unvollkommenes Auge nicht mehr wahr zu nehmen vermag, sind sie da und warten darauf, von dir neu entdeckt zu werden. Dann tust du gut daran, an eine Stelle zu gehen, von der aus man die Sterne sehen kann.

Scließe deine Augen.     

Schweige.

Atme.

Hörst du deinen Herzschlag?

Spürst du, wie es kribbelt in dir?

Vernimmst du das Rauschen deines eigenen Blutstroms in den Ohren?

Das ist dein Traum. Er ist da. Es ist dein Leben.

Es wartet auf dich wie eine Braut.

Geh, zieh dir das Leben rein, koste es mit allen Sinnen. Es gehört dir.

Achte nicht auf die Spiegel. Spiegel können blind werden. Sie können zerbrechen oder einfach nicht mehr da sein.

Dein Traum aber existiert mit dir solange du lebst.

 Wo ist DEIN Ort, von wo aus du die Sterne sehen kannst?

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Morgans Late Night News

by Morgan 3. August 2008 01:08

Wiesbaden Um die ständig steigenden Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen, haben sich gestern Vorstandsmitglieder der Ersatzkassen auf ein neues Behandlungskonzept im Bereich der ambulanten minimal-invasiven Therapie geeinigt. Das Konzept, das zunächst nur als Modellversuch in einigen Bundesländern eingeführt wird, sieht vor, dass Ärzte zwar weiterhin Anästhesie und Operation vornehmen, der Patient aber die Nachsorge sowie den Verbandwechsel selbst übernimmt und erhält den Namen "Cut and go".

Berlin Die Unionsparteien sind zwar nach wie vor gegen die Einführung eines Mindestlohns, möchten "sittenwidrige Löhne" aber dennoch verbieten. Arbeitgeberverbände laufen hiergegen bereits Sturm: "Wenn sittenwidrige Löhne verboten werden, müssen sich einige unserer Vorstandschefs ernsthaft Sorgen um ihre Bezüge machen", so ein Sprecher.

Frankfurt / Main Opfer einer tragischen Verwechslung wurde gestern Abend ein türkischer Geschäftsmann. Beamte eines SEK stürmten die Wohnung des Türken in Frankfurt-Höchst in dessen Abwesenheit, weil sie einen Top-Terroristen dort vermuteten. Der Mann hatte, um seine Abwesenheit kenntlich zu machen, ein Schild an seiner Wohnungstür befestigt: Bin Laden...

Rom Nach zahlreichen Protesten vor allem von führenden Unternehmen der Touristikbranche hat das italienische Parlament das Rauchverbot in Lokalen ein wenig gelockert. In Bars und Cafes darf nun wieder geraucht werden. Bedingung: Die Raucher verzichten für die Dauer des Aufenthalts aufs Ausatmen...

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Morgans Auf-, Ab- und Anreger

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